Warum kann ein Schlaganfall Frauen und Männer unterschiedlich treffen?

Von Charlie Meier

Immer mehr Menschen fragen sich, ob ein Schlaganfall Frauen oder Männer gleichermaßen betrifft. Wissenschaftler zeigen nun in einer neuen Studie, dass die Lage des Hirninfarkts helfen könnte, diese Frage zu beantworten. Die Ergebnisse zeigen, dass weibliche Personen eher Symptome wie Müdigkeit und geistige Verwirrung als klassische Indikationen wie Lähmungen bei Schlaganfällen aufweisen. Laut den Studienautoren erleiden Frauen außerdem auch tendenziell schwerere Schlaganfälle und versuchen den Grund dafür zu erklären.

Wie ein ischämischer Schlaganfall Frauen mehr Schäden anrichtet

arzt klärt nach schlaganfall frauen über die möglichen spätfolgen durch gehirnschäden

Die Studienautoren haben oft bei Patienten eine Behinderung nach Schlaganfällen gesehen. Ärzte kümmern sich häufig um solche Fälle, bei denen sie sich die Spätfolgen nicht erklären können. In einer Pressemitteilung teilte sie mit, dass Mediziner oft nicht vorhersagen können, welche Patienten gut abschneiden und warum. Dies wird außerdem durch die unterschiedlichen Ergebnisse zwischen Männern und Frauen noch komplizierter. Um mehr über geschlechtsspezifische Unterschiede beim Schlaganfall zu erfahren, untersuchten die Forscher mehr als 1000 bildgebende Gehirnscans nach ischämischem Schlaganfall. Ein derartiger Hirnschlag zeichnet sich in der Regel durch einen blockierten Blutfluss im Gehirn aus. Darüber hinaus fanden die Wissenschaftler heraus, dass wie schwer ein Schlaganfall Frauen beeinträchtigt, von Läsionen (Gewebeschäden) in der linken Gehirnhälfte in der Nähe von Blutgefäßen im oder nahe der Rückseite des Gehirns abhängt.

monitor im labor zeigt gehirnaktivität vom patient nach hirninfarkt

Die Studienautoren hatten die Möglichkeit, bei Männern und Frauen spezifische Läsionen mit der Schwere eines Schlaganfalls in Verbindung zu bringen. Sie zeigten, dass Läsionen im linken hinteren Teil des Gehirns bei Frauen zu einem schwerwiegenden Gehirnschaden führt. Dies teilte die Studien-Co-Autorin Dr. Anna Katharina Bonkhoff, die eine Schlaganfall-Forschungsstipendiatin am selben Krankenhaus ist. Die Identifizierung geschlechtsspezifischer Bereiche von Hirnschäden, die mit bestimmten Behinderungen nach einem ischämischen Schlaganfall verbunden sind, könnte laut den Forschern zu bewussteren Behandlungen führen. Zum Beispiel könnten Frauen mit solchen Schäden, die gefährdete Bereiche betreffen, mehr von einer Operation zur Entfernung eines Blutgerinnsels profitieren als Männer. Laut den Autoren dieser Studie könnte eine geschlechtsspezifische Patientenversorgung die Krankheitslast auf individueller Patientenebene und sozioökonomisch relevanter lindern.

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