Warum der Sauerstoff in der Luft nicht durch die Amazonas-Brände gefährdet ist

Der Amazonas Fluss und Regenwald besitzen eigene Ökosysteme und einzigartige Pflanzen und Tiere


Die Brände im Regenwald Amazonas sind derzeit ein großes Thema und machen der Bevölkerung weltweit Sorgen. Schließlich beeinflussen sie die zukünftige Sauerstoffproduktion. Оder etwa doch nicht? Der Amazonas wird regelmäßig als „die Lunge der Welt“ bezeichnet. So soll er mehr als 20% der weltweiten Sauerstoffproduktion ausmachen. Wie der Professor Scott Denning nun aber erklärt, scheint das gar nicht zu stimmen. Es handelt sich um eine falsche Statistik, die unter anderem in den Nachrichten, sozialen Medien und sogar über Politiker wie den französischen Präsidenten Emmanuel Macron verbreitet wird. Um die Wahrheit zu veranschaulichen, erklärt der Professor in atmosphärischen Wissenschaften auf der Seite „The Conversation“, wie die natürliche Produktion von Sauerstoff funktioniert. Und wie sich herausstellt, sind die Pflanzen auf der Erde längst nicht die einzige und wichtigste Quelle für frischen Sauerstoff in der Luft.

Sauerstoff in der Luft - Der Amazonas Regenwald ist doch nicht die Lunge der Welt

Der Amazonas Regenwald ist nicht erst seit der Brände der letzten Wochen ein Problem. Bereits im Jahre 2004 waren 80% des Regenwalds vernichtet. Das ist in vielerlei Hinsicht beunruhigend und sogar alarmierend. Der Sauerstoff in der Luft wird dadurch aber nicht groß beeinflusst. Viel beunruhigender ist, dass der Lebensraum vieler Pflanzenarten und Lebewesen gefährdet ist und zerstört wird, die nur in diesem Wald zu finden sind. Diese enthalten wiederum einen bedeutenden Vorrat an Kohlenstoff und anderen organischen Stoffen, deren Rückgang eine Klimakrise auslösen würde.

Woher stammt der Sauerstoff in der Luft?

Sauerstoff in der Luft stammt hauptsächlich aus den Ozeanen und nicht wie viele vermusten aus den Wäldern

Im Prinzip stammt fast der ganze Sauerstoff in der Luft, den wir zum Atmen benötigen, aus den Ozeanen. Sauerstoff ist zudem in solch großer Menge vorhanden, dass wir mehrere Millionen Jahre davon leben könnten. Scott Denning erklärt: „Viele Elemente, darunter auch der Sauerstoff, werden ununterbrochen zwischen den Ökosystemen an Land, in den Ozeanen und der Atmosphäre auf eine Art und Weise ausgetauscht, die gemessen und in ihrer Menge bestimmt werden können.“

Sauerstoff in der Luft aus den Wäldern an Land

Sauerstoff, der von Pflanzen an Land produziert wird, wird von Organismen verbraucht

Fast die gesamte Menge an Sauerstoff in der Luft wird durch die Fotosynthese der Pflanzen produziert, ein Drittel der Fotosynthese an Land wiederum in den Regenwäldern und der Großteil davon im Amazonasbecken. „Also stimmen die Behauptungen ja doch“, denken Sie jetzt vielleicht. Jedoch sollten Sie dazu wissen, dass jener Sauerstoff in der Luft, der jedes Jahr aufgrund der Fotosynthese an Land entsteht, gar nicht erst von uns Menschen genutzt werden kann. Stattdessen wird er von den lebenden Organismen und von Bränden verbraucht. Gemeint sind damit Insekten, Bakterien und andere Organismen, die ein eigenes Ökosystem bilden und sich von herunterfallenden Blättern, Zweigen, Wurzeln und anderem Abfall ernähren. Dabei verbrauchen auch sie natürlich Sauerstoff. Im Wald wird also zwar reichlich Sauerstoff produziert, doch auch viel verbraucht, es bleibt viel zu wenig Sauerstoff-Überschuss. Im Endeffekt liegt der Nettogehalt des Sauerstoffs aus den Wäldern an Land also bei etwa Null.

Sauerstoff aus den Ozeanen

Algen in den Meeren und Ozeanden stellen mit Fotosynthese Sauerstoff-Überschuss her


Sauerstoff in den Ozeanen und Meeren produzieren winzige Algen, also ebenso Pflanzen. Doch auch dort findet dieselbe Prozedur statt, wie an Land: Mikroorganismen zersetzen den Abfall der Pflanzen und verbrauchen dabei wieder den produzierten Sauerstoff. Aus diesem Grund muss dieser Vorgang unterbrochen werden, damit ein Sauerstoff-Überschuss entstehen kann. Dies geschieht, wenn die Algenabfälle bis an den Meeresgrund gelangen, wo sie nicht von Organismen zersetzt, sondern vergraben werden. Dabei entsteht nicht nur Öl und Gas, sondern der von den Algen produzierte Sauerstoff vor ihrem Absterben kann in die Atmosphäre gelangen, denn er wird nicht von Mikroorganismen verbraucht.

Sauerstoff in der Luft ist nicht durch die Brände im Amazonas gefährdet


Auch der Sauerstoff, der direkt an der Wasseroberfläche von Algen produziert wird, kann in die Atmosphäre entweichen und es wird Sauerstoff in der Luft angesammelt. Da diese Vorgänge bereits seit Millionen von Jahren stattfinden und sich immer wieder wiederholen, befindet sich ein riesiger Vorrat bereits in der Atmosphäre, den die Lebewesen auf der Erde noch äußerst lange Zeit nutzen können.

Der Atmsophärenwissenschaftler Scott Denning widerlegt populäre These über den Regenwald in Südamerika

Dass der Sauerstoff aus der Atmosphäre zur Erdoberfläche gelangt, ist verschiedenen chemischen Reaktionen von Metallen, Schwefel und anderen Elementen zu verdanken. Durch die Reaktion von Eisen und Sauerstoff in einer feuchten Umgebung beispielsweise, das sich Oxidation nennt und bei der bekannterweise Rost entsteht, werden die Niveaus vom Sauerstoff in der Atmosphäre ausgeglichen.

Fazit

Die Brände im Amazonas-Wald gefährden die Flora und Fauna, nicht aber die Sauerstoff-Menge

Daraus lässt sich schließen, dass wir ganz und gar nicht vom Sauerstoff in der Luft, der von den Wäldern produziert wird, abhängig sind. Selbst wenn diese also urplötzlich und alle auf einmal verschwinden würden, würde mit ihnen nur etwa 1% des Sauerstoffs weltweit verschwinden. Doch das bedeutet natürlich längst nicht, dass die Brände und die Abholzung der Wälder nicht trotzdem besorgniserregend sind. Denn dies gefährdet viele Arten von Tieren und Pflanzen und zerstört ganze Ökosysteme. Die Tiere im Amazonas sind nur ein Beispiel, denn auch andere Wälder werden gerodet und die Tiere darin wie die Amazonas Tiere verjagt oder sogar getötet. Und das ist Grund genug, dagegen anzukämpfen.



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