Sars-Cov Virus kann sich auch im Zentralnervensystem verbreiten

Autor: Charlie Meier

Eine depressive Stimmung oder Angstzustände bei Patienten mit Sars Cov Virus können möglicherweise ein Zeichen dafür sein, dass die Infektion das Zentralnervensystem beeinflusst. Dies geht aus einer internationalen Studie hervor, die von einem Forscher des University of Cincinnati College of Medicine durchgeführt wurde. Diese beiden psychischen Symptome waren laut der Studie am engsten mit einem Geruchs- und Geschmacksverlust und nicht mit den schwerwiegenden Indikatoren des neuartigen Coronavirus wie Atemnot, Husten oder Fieber verbunden.

Neurologische Schäden durch Sars-Cov Virus

darstellung von coronaviren im zentralnervensystem eingedrungen durch nasenöffnungen

Die üblichen Symptome bei COVID-19 sind Probleme in den Atemwegen, Husten oder Hochfieber. Diese standen jedoch bisher nicht im Zusammenhang mit dem psychischen Zustand. Keines dieser Symptome, die auf Morbidität oder Mortalität hindeuteten, haben die Mediziner mit der Depression oder Angst dieser Patienten verbunden. Das einzige Element von Sars-Cov Virus, das mit depressiver Stimmung und Angst zu tun hatte, war der Geruchsverlust bei COVID-19. Darüber hinaus war dies ein unerwartetes und schockierendes Ergebnis. Das Forschungsteam führte aus diesem Grund eine prospektive telefonische Querschnittsstudie durch. In dieser untersuchten die Wissenschaftler Merkmale und Symptome von 114 Patienten. Bei allen Probanden haben Ärzte über einen Zeitraum von sechs Wochen im Kantonsspital Aarau, Schweiz, COVID-19 diagnostiziert. Die Forscher haben zudem noch Schweregrad des Geruchs- oder Geschmacksverlusts, Verstopfung der Nase, übermäßige Schleimproduktion, Fieber, Husten und Atemnot bewertet.

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Zum Zeitpunkt der Aufnahme in die Studie berichteten 47,4 % über mindestens mehrere Tage depressive Verstimmung pro Woche. 21,1 % davon hatten fast täglich depressive Gedanken. In Bezug auf den Schweregrad gaben 44,7 % der Teilnehmer an, leichte Angstzustände auszudrücken, während 10,5 % starke Angst empfunden haben. Dies hat erstaunlicherweise gezeigt, dass die möglicherweise am wenigsten besorgniserregenden Symptome von COVID-19 das größte Maß an psychischer Belastung verursachen könnten. Die Ergebnisse deuten somit möglicherweise etwas mehr auf die Auswirkungen der Krankheit hin. Daher glaubt das Team, dass psychische Belastungen in Form von depressiver Stimmung oder Angst das Eindringen von Sars-Cov Virus in das Zentralnervensystem widerspiegeln.

Neue Hinweise der Krankheit

verlust des geruchssinns aufgrund von coronavirus

Forscher haben lange Zeit geglaubt, dass die Nasenöffnungen der primäre Weg sein könnten, auf dem Coronaviren in das Zentralnervensystem gelangen. Es gab jedoch Hinweise auf das schwere akute respiratorische Syndrom. Dies war eine Viruserkrankung, die im November 2002 in China auftrat und sich durch internationale Reisen in 29 Länder ausbreitete. Studien mit Tiermodellen des Sars-Cov Virus haben also gezeigt, dass die Nase oder der Weg für die Kommunikation von Gerüchen auch zum Gehirn ein Tor zum Zentralnervensystem und zur Infektion des Gehirns war. Dies kann darauf hinweisen, dass das Virus olfaktorische Neuronen infiziert, den Geruchssinn verringert und dann die Nase verwendet, um in das zentralnervöse System einzutreten.

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Die Forscher beschreiben in der Studie seltene, aber schwere Symptome des Zentralnervensystems aufgrund von COVID-19. Diese wären zum Beispiel Anfälle oder ein veränderter Geisteszustand. Depressive Verstimmungen und Angstzustände können jedoch das wesentlich häufigere, aber mildere Symptom des Zentralnervensystems bei Infektion durch Coronavirus sein. Das Virus könnte vom Zentralnervensystem durchdrungen sein, wie Forscher aufgrund der Prävalenz von olfaktorisch bedingter depressiver Stimmung und Angst vermuten. Dies öffnet wirklich Türen für zukünftige Untersuchungen, um herauszufinden, wie Coronaviren mit dem Zentralnervensystem interagieren können.

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