Reinfektion mit COVID-19 lässt Zweifel an der Immunität aufkommen

Autor: Charlie Meier

Bei Patienten könnte eine Reinfektion mit COVID-19 schwerwiegendere Symptome verursachen. Dies geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie hervor. Diese bestätigt auch, dass es möglich ist, die potenziell tödliche Krankheit mehrmals zu bekommen. Die im Journal The Lancet Infectious Diseases veröffentlichten Ergebnisse zeigen also, dass die Exposition gegenüber dem Coronavirus möglicherweise keine Garantie für eine künftige Immunität bietet.

Zum zweiten Mal krank oder Reinfektion mit COVID-19

menschen auf der straße tragen schutzmasken während covid 19 pandemie in london

Der kürzlich bestätigte Fall ist von einem 25-jährigen Mann aus den USA. Der Patient infizierte sich innerhalb von 48 Tagen mit zwei verschiedenen Varianten des Sars-CoV-2. Darüber hinaus war die Reinfektion mit COVID-19 schwerer als die erste. So führte dies dazu, dass der Patient mit Sauerstoffunterstützung ins Krankenhaus eingeliefert wurde. In dem Papier wurden vier weitere weltweit bestätigte Fälle mit jeweils einem Patienten in Belgien, den Niederlanden, Hongkong und Ecuador festgestellt. Experten sagten, dass die Aussicht auf eine erneute Infektion einen tief greifenden Einfluss darauf haben könnte, wie sich die Welt durch die Pandemie kämpft. Insbesondere könnte dies die Suche nach einem Impfstoff, dem derzeit heiligen Gral der pharmazeutischen Forschung, beeinflussen.

rote blutkörperchen in blutbahn neben coronaviren sars cov 2

Die Medizin braucht dringend mehr Forschung, um zu verstehen, wie lange die Immunität von Menschen, die SARS-CoV-2 ausgesetzt sind, anhält. Es ist außerdem auch nicht klar, warum einige dieser zweiten Infektionen, obwohl sie selten passieren, schwerwiegender sind. Impfstoffe lösen die natürliche Immunantwort des Körpers auf einen bestimmten Krankheitserreger aus und rüsten ihn mit Antikörpern aus, um zukünftige Infektionswellen abzuwehren. Es ist jedoch noch nicht ganz klar, wie lange COVID-19-Antikörper halten. Bei einigen Krankheiten wie Masern verleiht eine Infektion eine lebenslange Immunität. Andere Krankheitserreger können die Immunität bestenfalls flüchtig machen.

Forschungsergebnisse

analyse vom schnelltest zur diagnose von reinfektion mit covid-19

Die Studienautoren behaupten, der Patient sei beim zweiten Mal einer sehr hohen Viruslast ausgesetzt worden. Dies könnte auch eine akutere Reaktion ausgelöst haben. Alternativ könnte es sich jedoch auch um einen virulenteren Stamm des Virus handeln. Eine andere Hypothese ist ein Mechanismus, der als Verstärkung durch Antikörper bekannt ist. Dies bedeutet, dass Antikörper nachfolgende Infektionen tatsächlich verschlimmern, wie es zum Beispiel beim Dengue-Fieber der Fall ist. Die Forscher wiesen darauf hin, dass eine Reinfektion mit COVID-19 und selten sind. Nur eine Handvoll bestätigter Fälle von zig Millionen COVID-19-Infektionen liegt weltweit vor. Es sind jedoch viele Fälle asymptomatisch und daher anfangs wahrscheinlich nicht positiv getestet. Darüber hinaus kann es unmöglich sein zu wissen, ob ein bestimmter Fall die erste oder zweite Infektion ist.

strategie zur bekämpfung von coronavirus und reinfektion mit covid 19


In einem verknüpften Kommentar dazu sagte Professorin Akiko Iwasaka, dass die Ergebnisse Auswirkungen auf Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit haben könnten. Da immer mehr Fälle von Reinfektion mit COVID-19 auftreten, wird die wissenschaftliche Gemeinschaft die Möglichkeit haben, die Korrelate des Schutzes besser zu verstehen. So kann dies dann aufklären, wie häufig natürliche Infektionen mit SARS-CoV-2 dieses Maß an Immunität induzieren. Diese Informationen sind der Schlüssel zum Verständnis, welche Impfstoffe diese Schwelle überschreiten können, um die Immunität von Individuen und Herden zu gewährleisten.

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