Psychische Störungen als mögliche Folgen nach einer COVID-19-Infektion

Autor: Charlie Meier

Eine neue Studie ergab, dass Patienten, die an COVID-19 erkrankt waren, nach ihrer Genesung psychische Störungen entwickeln könnten. Laut dem Bericht tritt so ein Problem bei 18 Prozent der Betroffenen innerhalb von drei Monaten nach der Diagnose auf. Dies können Depressionen, Angstzustände oder Demenz sein. Ihr Risiko wurde also im Vergleich zu Menschen ohne Coronavirus verdoppelt. Ärzte vermuten daher, dass Infektionen aufgrund von Sars-CoV-2 mit einer höheren Rate an psychiatrischen Gesundheitsproblemen in Verbindung gebracht werden können.

Wahrscheinlichkeit für psychische Störungen bei Covid

junge frau mit schutzmaske sieht aus dem fenster während covid 19 pandemie

Unterschiedlichen Berichten zufolge, leiden also Menschen, bei denen COVID-19 diagnostiziert wurde, häufig unter Angstzuständen, Schlaflosigkeit, Depressionen und posttraumatischen Belastungsstörungen. Forscher arbeiten immer noch daran, genau zu verstehen, wie sich das neue Coronavirus nicht nur auf den Geist, sondern auch auf die Gehirnfunktion auswirkt. Darüber hinaus hilft die neue Forschung dabei, diese Verbindung weiter herzustellen. COVID-19 kann also aufgrund von Stress während der Pandemie sowie wegen physischen Auswirkungen der Krankheit zu geistigen Problemen führen. Forscher der University of Oxford und des NIHR Oxford Health Biomedical Research Centre bewerteten die Gesundheitsakten von 69 Millionen Menschen in den USA, darunter über 62 000 Menschen, bei denen COVID-19 diagnostiziert wurde. Diejenigen, die COVID-19 entwickelten, hatten zum ersten Mal ein doppelt so hohes Risiko, eine Stimmungs- oder Angststörung zu entwickeln. Ältere Erwachsene mit COVID-19 hatten ebenfalls ein zwei- bis dreimal höheres Risiko, an Demenz zu erkranken.

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Die Forscher fanden auch heraus, dass psychische Störungen im Jahr vor dem positiven COVID-19-Test mit einem um 65 Prozent höheren Risiko für die Erkrankung verbunden waren. Die einfache Diagnose dieser neuartigen und möglicherweise auch lebensbedrohlichen Krankheit kann also oft Stress und Angst auslösen. Angesichts der Neuheit und des Ausmaßes der Pandemie gibt es, insbesondere während der Lebensspanne der Mehrheit der lebenden Bevölkerung, kaum einen Rahmen für den Umgang mit der Bedrohung der Gesundheit, des Lebensstils und des gesellschaftlichen Wandels. Wer positiv getestet wurde, muss sich dementsprechend auch isolieren. Und dies kann wiederum zu Angstzuständen und Depressionen führen. Normalerweise können sich Patienten jedoch auf ihre Angehörigen stützen, wenn sie sich erholen. Es kann jedoch  mehrere Monate dauern, bis sich der Patient von COVID-19 erholt hat. Das kann zu einer Reihe von Herausforderungen führen. Solche wären zum Beispiel die Rückkehr zur Arbeit, die Betreuung von Kindern oder die Wiederaufnahme des Lebensrhythmus.

Forschungsergebnisse

patientin und ärztin besprechen psychische störungen aufgrund von coronavirus

Wissenschaftler wissen also bereits, dass COVID-19 nicht nur eine Atemwegserkrankung ist. Dies ist eher eine Krankheit, die viele kritische Organe, einschließlich des Gehirns, erreichen kann. Zahlreiche Berichte zeigen, dass bei COVID-19-Patienten häufig neurologische Komplikationen auftreten. Diese können Verwirrung, Schwindel, Delirium und andere kognitive Beeinträchtigungen sein. Wenn das Virus das Zentralnervensystem direkt beeinflusst, kann dies zu erheblichen neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen führen. Außerdem könnte ein dadurch gestörtes Atmungssystem die Sauerstoffversorgung des Gehirns beeinträchtigen. Es bestehe außerdem laut den Studienautoren eine starke Korrelation zwischen der immunologischen Funktion und der psychischen Gesundheit. Jedes Virus, das unser Zentralnervensystem angreift, führt zu einer hypoxischen Hirnverletzung oder beeinträchtigt die körperliche Funktionsfähigkeit, so die Forscher.

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Die Ergebnisse dieser Studie legen nahe, dass Menschen mit bereits bestehenden psychiatrischen Störungen anfälliger für die Entwicklung solcher nach COVID-19-Infektionen sind. Bei Menschen mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung, Depression, Schizophrenie und bipolarer Störung wird sogar mit höherer Wahrscheinlichkeit COVID-19 diagnostiziert. Hohe Angst erhöht entsprechend das zirkulierende Cortisol, was gesundheitliche Auswirkungen hat, einschließlich einer verminderten Immunität, die definitiv eine Rolle dabei spielen kann. Mit anderen Worten, wenn Menschen sehr ängstlich oder depressiv sind, werden sie letztendlich auch anfälliger für COVID-19.

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