Psychische Erkrankungen bei COVID-19 priorisieren Impfstoffversorgung?

Autor: Charlie Meier

Schwere psychische Erkrankungen wie Schizophrenie, Depressionen oder Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) erfordern nach neuen Studienergebnissen Priorität bei der Impfung gegen COVID-19. Experten behaupten jedoch, dass solche Patienten in den meisten Ländern vernachlässigt werden. In einer neuen Studie untersuchten Forscher 20 europäische Länder, um herauszufinden, wie diese Risikogruppen für die Impfkampagne priorisiert werden.

Risikofaktoren für psychische Erkrankungen in Zusammenhang mit Coronavirus

psychische erkrankungen während der impfkampagne gegen covid 19 sollte priorisiert werden

Die Studienautoren fanden heraus, dass nur Dänemark, Deutschland, die Niederlande und das Vereinigte Königreich schwere psychische Erkrankungen als riskante Gesundheitszustände anerkennen und es ermöglichen, diese Menschen früher impfen zu lassen. Es ist eine düstere Statistik, die von den Vereinigten Staaten auch gespiegelt wird. So wie Nieren- und Herzerkrankungen, Fettleibigkeit und Typ-2-Diabetes das Risiko für schweres COVID-19 erhöhen, sind Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen ebenfalls einem höheren Risiko ausgesetzt. Menschen mit Schizophrenie haben laut den Forschern möglicherweise Unterschiede in ihrem Immunsystem, die sie für einen schweren Krankheitsverlauf prädisponieren. Die zur Behandlung von Schizophrenie verwendeten Medikamente könnten COVID-19 ebenfalls verschlimmern. Zusätzliche Untersuchungen wären erforderlich, um festzustellen, ob diese Faktoren eine Rolle bei den Ergebnissen der Patienten spielen. Die Zulassung eines Impfstoffs mit einer Dosis könnte dazu beitragen, diese Population zu erreichen. Personen, die an diesen Orten Pflege oder Dienstleistungen erhalten, werden möglicherweise nicht für eine zweite Dosis zurückkehren.

forschungsarbeiten zur untersuchung von covid 19 im labor

Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen sind auch dem Risiko ausgesetzt, den Impfstoff nicht zu erhalten, selbst wenn sie berechtigt sind. Dies sei auf eine Vielzahl von Gründen zurückzuführen. Solche wären beispielsweise Obdachlosigkeit und das Fehlen regelmäßiger medizinischer Grundversorgungsquellen. Daher sollte die Ausweisung dieser Gruppe als Hochrisikopopulation mit der Zuweisung von Impfstoffdosen an Einrichtungen einhergehen, so die Autoren dieser Studie. Aktuell steht auch ein Impfstoff am Horizont, für den nur eine einzige Dosis erforderlich ist. Daher wäre es noch sinnvoller, das Angebot an Impfstoffen auf verschiedene Arten von öffentlichen Einrichtungen für psychische Gesundheit auszudehnen. Obwohl die meisten Länder Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen für den COVID-19-Impfstoff keine Priorität einräumen, können sie aufgrund ihres Alters oder anderer Erkrankungen in eine andere Prioritätskategorie fallen.

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