Prognostische Blutuntersuchung für Alzheimer im symptomfreien Stadium?

Autor: Charlie Meier

Ein deutsch-niederländisches Forschungsteam hat eine prognostische Blutuntersuchung verwendet, um das Risiko für Alzheimer-Krankheit bei Menschen vorherzusagen. Bei ihnen wurde nämlich klinisch zuvor kein derartiger Zustand diagnostiziert. Die Probanden empfanden sich jedoch als kognitiv beeinträchtigt.

Kann eine neue prognostische Blutuntersuchung Alzheimer vorhersagen?

aus papier gezeichnetes gehirn auf einer oberfläche

Die Forscher analysierten Blutproben einer Kohorte, die am Alzheimer Center Amsterdam betreut wurde. An der Ruhr-Universität Bochum entwickelten sie einen Test namens Immuno-Infrarot-Sensor. So identifizierten sie alle 22 Probanden bei Studieneintritt, die innerhalb von sechs Jahren Demenz und damit verbundene klinische Symptome entwickelten. Der Bluttest zeigte auch, bei welchen Probanden innerhalb von sechs Jahren ein sehr geringes Risiko für die Entwicklung einer Alzheimer-Demenz bestand. Darüber hinaus wurden die Probanden umfangreichen diagnostischen Tests zur Alzheimer-Krankheit unterzogen. Bei Studienbeginn lieferte dies bei keinem der untersuchten Probanden eine Diagnose der Krankheit. Der Immun-Infrarot-Sensor hingegen entdeckte bei Studienbeginn bei allen 22 Probanden, die die klinische Erkrankung in den folgenden sechs Jahren entwickelten, fehlgefaltete Aβ-Peptide.

biomarker im blutplasma als prognostische blutuntersuchung zur früherkennung von alzheimer

Das Forschungsteam prüfte, ob die Kombination von zwei verschiedenen Messmethoden im Plasma-Biomarker die Vorhersage des Krankheitsrisikos weiter verbessern kann. Zu diesem Zweck kombinierten sie die Fehlfaltung aller Aβ-Isoformen mit einer Konzentrationsabnahme für Aβ42 als Verhältnis zu Aβ40 im Plasma. Die Amsterdamer Gruppe hat die Aβ-Konzentrationen mithilfe der neuen SIMOA-Technologie (Single Molecular Array) gemessen. Dies erhöhte die Assaygenauigkeit von einer AUC (Fläche unter der ROC-Kurve) von 0,94 auf 0,99. Mit einem einfachen Bluttest an symptomfreien Personen mit subjektiven Bedenken können sie jetzt also das Risiko einer zukünftigen Entwicklung der klinischen Alzheimer-Krankheit sehr genau vorhersagen, so die Studienautoren. Ein solcher Bluttest wäre besonders dann nützlich, wenn ein Wirkstoff zur Behandlung der Krankheit zur Verfügung stünde. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass Alzheimer-Medikamente so früh wie möglich in einem nicht-klinischen Stadium angewendet werden sollten, um das Ansprechen auf die Therapie zu verbessern.

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