Neuartiger Bluttest könnte die Früherkennung von Alzheimer ermöglichen

Von Charlie Meier

Wissenschaftler haben einen Bluttest entwickelt, der eine zuverlässige Diagnose zur Früherkennung von Alzheimer und Demenz mittels Rasterkraftmikroskopie (RKM) ermöglicht. Die ersten Ergebnisse ihrer erfolgreichen Pilotstudie haben die Forscher nun kürzlich in der Fachzeitschrift Science Advances veröffentlicht. Die neue Methode ermöglicht dementsprechend einen tieferen Blick in das molekulare Universum, der Informationen über die Entwicklung neurologischer Erkrankungen liefert.

Anzeichen im Blut zur Früherkennung von Alzheimer

medizinische angestellte bereitet ältere patientin auf blutabnahme zwecks früherkennung von alzheimer vor

Die Studienautoren wollten zuerst die molekulare Pathogenese von Alzheimer verstehen, um neue Ansätze zur Diagnostik und Therapie zu ermöglichen. Ein weiterer Schritt war, die genaue Rolle von Beta-Amyloid-Peptiden und Tau-Proteinen im Zusammenhang mit der neurodegenerativen Erkrankung zu entschlüsseln. Sie machten sich deshalb daran, nicht nur das bloße Vorhandensein der verdächtigen Proteine ​​zu erkennen, sondern auch deren variable Form sowie deren Mengen zu bestimmen. Aktuelle Methoden erlauben die Bestimmung der Gesamtmenge beider Proteine ​​in Körperflüssigkeiten. Diese Techniken erlauben jedoch keine Visualisierung von Unterschieden in Form und Zustand von Proteinansammlungen. Deshalb arbeiteten die Forscher an Technologien, die Beobachtungen im Nanometerbereich im Blut ermöglichen und dennoch die Struktur und Morphologie der Proteine ​​nicht zerstören. Sie untersuchten Blutproben von Patienten und gesunden Probanden. Nach Tausenden von roten Blutkörperchen wartete das Team gespannt auf den Vergleich der Ergebnisse.

analyse einer blutprobe mit rasterkraftmikroskopie als diagnose von demenz im blut festellbar

Tatsächlich konnten die Forscher ein Muster erkennen, das dem Krankheitsstadium der Patienten entsprach. Menschen mit Alzheimer hatten große Mengen an Proteinfasern aus Beta-Amyloid-Peptiden und Tau-Proteinen. Die Proteine ​​konnten sich zu mehreren hundert Nanometer langen Fasern zusammenfügen. Bei gesunden Personen oder solchen mit beginnenden Hirnerkrankungen zählte das Forschungsteam jedoch nur wenige Fasern. Dies beweise die Machbarkeit der Blutanalyse mittels RKM-Technologie. Wenn die Wissenschaftler auf Basis dieser Methode einen zuverlässigen Bluttest entwickeln, würde Menschen mit Verdacht auf Alzheimer die unangenehme Punktion des Wirbelkanals erspart bleiben. Dies könnte dementsprechend auch ermöglichen, die Krankheit zuverlässiger zu diagnostizieren. Bis ein einfacher Bluttest Krankenhäusern zur Verfügung steht, ist es jedoch noch ein weiter Weg. Der nächste Schritt der Autoren dieser Studie besteht darin, die Daten zu bestätigen, indem eine größere Anzahl von Probanden in verschiedenen Stadien der Krankheit mithilfe von RKM und chemischer Analyse untersucht wird.

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