Plasmazellen im Knochenmark als langlebige Antikörper nach COVID-19?

Von Charlie Meier

Monate nach der Genesung von leichten COVID-19-Fällen haben Menschen immer noch dadurch induzierte Plasmazellen im Knochenmark. Diese Immunzellen bieten einen Antikörperschutz gegen das Coronavirus laut einer neuen Studie von Forschern der Washington University School of Medicine in St. Louis. Solche Zellen könnten ein Leben lang bestehen bleiben und die ganze Zeit Antikörper produzieren.

Schützende Plasmazellen im Knochenmark nach Sars-CoV-2

durch coronavirus induzierte plasmazellen im knochenmark bieten dauerhafte immunität

Die Studienergebnisse legen nahe, dass milde Corona-Infektionen einen dauerhaften Immunschutz hinterlassen und dass wiederholte Krankheitsschübe wahrscheinlich selten sind. Während einer Virusinfektion vermehren sich Antikörper-produzierende Immunzellen schnell und zirkulieren im Blut. Dies treibt die Antikörperspiegel in die Höhe. Sobald die Infektion abgeklungen ist, sterben die meisten dieser Zellen ab und der Antikörperspiegel im Blut sinkt. Eine kleine Population von so genannten langlebigen Plasmazellen im Knochenmark sondert jedoch ständig geringe Mengen an Antikörpern in den Blutstrom ab, um langfristigen Schutz gegen andere Begegnungen mit dem Virus zu ermöglichen. Die Forscher arbeiteten diesbezüglich an einem Projekt zur Verfolgung der Antikörperspiegel von Überlebenden nach Sars-CoV-2.

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Die Plasmazellen im Knochenmark teilen sich nach der Begegnung mit Coronavirus nicht. Sie sind ruhend, sitzen einfach im Knochenmark und sezernieren Antikörper. Das tun sie, nachdem die Infektion abgeklungen ist, und setzen das auf unbestimmte Zeit fort. Menschen, die infiziert waren und nie Symptome hatten, können ebenfalls eine lang anhaltende Immunität aufweisen, spekulierten die Forscher. Sie müssen jedoch noch untersuchen, ob diejenigen, die eine schwerere Infektion erlitten haben, vor einem zukünftigen Krankheitsschub geschützt sind. Entzündungen spielen bei schwerem COVID-19 eine entscheidende Rolle, und zu viele davon können zu fehlerhaften Immunreaktionen führen. Andererseits werden Menschen oft wirklich krank, weil sie viele Viren in ihrem Körper haben. Viele Viren in der Nähe können zu einer guten Immunantwort führen, was also nicht ganz klar ist. Die Autoren müssen daher diese Studie bei Menschen mit mittelschweren bis schweren Infektionen wiederholen, um zu verstehen, ob sie vor einer erneuten Infektion geschützt sind.

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