Olfaktorische Wahrnehmung beim Großteil der milden Covid-Fälle gestört?

Von Charlie Meier

Ein reduzierter Geruchssinn oder eine gestörte olfaktorische Wahrnehmung sind häufigste Symptome von mild verlaufenden COVID-19-Infektionen. Eine kürzlich veröffentlichte Studie hat so eine Prävalenz und Genesung bei Patienten mit unterschiedlichem Schweregrad der Krankheit untersucht.

Was kann die olfaktorische Wahrnehmung stören?

gestörte olfaktorische wahrnehmung bei frau mit covid 19

In der Studie mit 2581 Patienten aus 18 europäischen Krankenhäusern betrug die von Patienten berichtete Prävalenz der Riechstörung 85,9 % bei leichten Fällen von COVID-19, 4,5 % bei mittelschwerem Krankheitsverlauf und 6,9 % bei kritischen Gesundheitszuständen. Die durchschnittliche Dauer des von Patienten gemeldeten Geruchsverlusts betrug 21,6 Tage. Fast ein Viertel der betroffenen Patienten gab jedoch an, dass sie ihren Geruchssinn 60 Tage nach dem Verlust nicht wiedererlangten. Objektive klinische Bewertungen ergaben so eine gestörte olfaktorische Wahrnehmung in 54,7 % der milden Fälle von COVID-19. Es waren 36,6 % bei den mittelschweren bis kritischen Infektionen. Nach 60 Tagen und 6 Monaten stellten 15,3 % und 4,7 % dieser Patienten mit COVID-19 ihren Geruchssinn nicht objektiv wieder her. Riechstörungen sind also bei milden COVID-19-Formen häufiger als bei mittelschweren bis kritischen Fällen. 95 % der Patienten stellen ihren Geruchssinn 6 Monate nach der Infektion wieder her, so die Autoren der Studie.

detaillierte darstellung von coronavirus

Geruchsverlust ist ein Schlüsselsymptom bei Coronavirus. Dies könnte eine isolierte Symptomatik sein oder mit anderen allgemeinen Symptomen verbunden sein. Die Mehrzahl der Studien, in denen so ein Zustand bei COVID-19 untersucht wurde, umfasste milde Krankheitsverläufe. Diese warfen das Problem der Spezifität und des prädiktiven Werts für die Schwere der Infektion auf. Der prognostische Wert vom Geruchsverlust bei COVID-19 wurde also eher nicht ausreichend untersucht. Eine weitere Einschränkung betrifft die Verzögerung zwischen dem Beginn der Symptomatik und der Durchführung der olfaktorischen Bewertungen. Obwohl diese Möglichkeit nicht durch vom Patienten gemeldete Symptome unterstützt wird, kann die Verzögerung zwischen dem Einsetzen der Symptome und dem objektiven Geruchstest die Inzidenz von Geruchsstörungen unterschätzen. In den 2 Monaten der Nachuntersuchung erholten sich also 75 % bis 85 % der Patienten nach subjektiven und objektiven olfaktorischen Bewertungen von der Geruchsbildung. Zukünftige derartige Studien sind erforderlich, um die langfristige Genesungsrate von COVID-19-Patienten zu bestimmen.

Anzeige



Bild einbetten

Code kopieren, um das Bild einzubetten: Großes Bild: Kleines Bild: BB-Code:
Fertig