Niedriger Testosteronspiegel – Ein Risikofaktor für schweres COVID-19?

Von Charlie Meier

Neue Forschungsergebnisse legen nahe, dass ein niedriger Testosteronspiegel bei Männern ein entsprechend höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei Sars-CoV-2 bedeutet. Während der Pandemie haben Ärzte Beweise dafür gesehen, dass es Männern mit COVID-19 im Durchschnitt schlechter als Frauen mit der Infektion geht. Eine Theorie besagt, dass hormonelle Unterschiede zwischen Männern und Frauen erstere anfälliger für schwere Krankheiten machen können.

Wie sich ein niedriger Testosteronspiegel auf Corona-Infektionen auswirkt

ein niedriger testosteronspiegel bei männern erhöht das risiko für schweres covid 19

Da Männer viel mehr Testosteron als Frauen haben, spekulierten bisher einige Wissenschaftler, dass ein hoher Testosteronwert Coronavirus-Infektionen verschlimmern könnte. Die neuen Studienergebnisse zeigen jedoch genau das Gegenteil. Ein niedriger Testosteronspiegel im Blut soll mit schwereren Erkrankungen verbunden sein. Die Studie konnte aber nicht beweisen, dass ein niedriger Wert die Ursache für schweres COVID-19 ist. Solche Biomarker könnten einfach als Zeichen für einige andere kausale Faktoren dienen. Dennoch raten die Forscher bei laufenden klinischen Studien, in denen Hormontherapien untersucht werden, zur Vorsicht. Dabei blockieren die Wissenschaftler Testosteron oder verwenden Östrogen als Behandlung für Männer mit Sars-CoV-2. Zusätzlich zu Testosteron haben die Forscher die Werte vom Östradiol und IGF-1 gemessen. Ersteres ist eine vom Körper produzierte Form von Östrogen, während IGF-1 ein wichtiges Wachstumshormon ist, das Insulin ähnelt. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der Muskelmasse.

männer und frauen mit schutzmasken gegen coronavirus beim reisen während der pandemie

Je niedriger der Testosteronspiegel war, desto schwerer war die Krankheit. Zum Beispiel hatten diejenigen mit dem niedrigsten Testosteronspiegel im Blut das höchste Risiko, ein Beatmungsgerät oder eine Intensivpflege zu benötigen oder zu sterben. 37 Patienten, von denen 25 Männer waren, starben im Verlauf der Studie. Die Forscher stellten fest, dass andere Faktoren, von denen bekannt ist, dass sie das Risiko für schweres COVID-19 erhöhen, einschließlich fortgeschrittenem Alter, Fettleibigkeit und Diabetes, ebenfalls mit einem niedrigeren Testosteronspiegel verbunden sind. Ein niedriger Testosteronspiegel korrelierte bei Männern außerdem auch mit höheren Entzündungen und einer Zunahme der Aktivierung von Genen, die es dem Körper ermöglichen, die Funktionen der zirkulierenden Sexualhormone in den Zellen auszuführen. Mit anderen Worten, passt sich der Körper an weniger Testosteron, das im Blutkreislauf zirkuliert, an. Dies erhöht seine Fähigkeit zum Nachweis und zur Verwendung des Hormons. Die Autoren dieser Studie kennen die Auswirkungen dieser Anpassung noch nicht und fordern weitere Forschungsarbeiten.

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