Niedermolekulares Heparin erweist sich als hochwirksame Antikoagulans gegen schweres und langes COVID-19

Von Charlie Meier

Blutgerinnsel und daraus resultierende Komplikationen sind bei COVID-19-Patienten häufig, aber niedermolekulares Heparin könnte das richtige Gegenmittel darstellen. Dies geht aus einer neuen Studie der Medizinischen Universität Wien hervor. Nun konnten die Studienautoren zeigen, dass dieses Mitglied der Gruppe der Antikoagulantien das Todesrisiko bei Sars-CoV-2 signifikant senken kann. Außerdem beeinflusst sein Wirkstoff auch die Dauer einer aktiven Infektion mit Coronavirus.

Blutverdünnendes niedermolekulares Heparin gegen schwere Corona-Infektionen

antikoagulans bei thrombosen hochwirksam gegen schweres covid 19

Es ist bereits bekannt, dass eine Infektion mit dem Erreger SARS-CoV-2 mehrere funktionelle Systeme im menschlichen Körper betrifft. Eines dieser Funktionssysteme ist die Blutgerinnung. COVID-19-Patienten haben ein erhöhtes Risiko für Thrombosen und Embolien wie Schlaganfälle, Lungen- oder Myokardinfarkte und sogar tiefe Venenthrombosen. Der Einsatz von Blutverdünnern gehört dementsprechend seit Juli 2020 zu den Behandlungsleitlinien für COVID-19. Die Komplikationen während des Krankenhausaufenthalts haben einen direkten Einfluss auf das Wohlbefinden der Patienten und erhöhen das Risiko, an COVID-19 zu sterben. Die zugrunde liegende Koagulopathie ist jedoch noch nicht vollständig geklärt. Das Forschungsteam begann daher im Frühjahr 2020, in einer frühen Phase der Pandemie, nach einer Erklärung für diese Untererkrankung von COVID-19 zu suchen. Die Wissenschaftler beobachteten, dass eine damit assoziierte Koagulopathie fast ausschließlich bei Hochrisikopatienten, die an den Folgen von COVID-19 versterben, auftritt. Obwohl Antikoagulantien das Überleben verbesserten, zeigten sie keinen Einfluss auf immunologische Prozesse im Zusammenhang mit der Blutgerinnung (Immunthrombosen).

niedermolekulares heparin hemmt coronavirus und verkürzt lange corona infektionen

Die aktuelle Analyse zeigte jedoch, dass die Dauer der aktiven SARS-CoV-2-Infektion bei Patienten, die niedermolekulares Heparin verwendeten, verkürzt ist. Darüber hinaus weisen Patienten, die dieses Medikament erhalten, eine deutlich kürzere Infektionsdauer auf. Die Forscher waren überrascht zu sehen, dass niedermolekulares Heparin einen direkten Einfluss auf Coronavirus und seine Infektiosität zeigt. Experimentelle Daten legen außerdem naher, dass diese Antikoagulans die Fähigkeit von SARS-CoV-2, an Zellen zu binden, hemmen kann. Dementsprechend verhindert seine Wirkung eine schwerwiegende Corona-Infektion. Diese Beobachtungen wurden im Rahmen einer engen Zusammenarbeit zwischen den drei beteiligten Krankenhäusern sowie durch den aktiven Austausch zwischen Grundlagenforschern und Klinikern gemacht. Die Autoren dieser Studie unterstreichen die Bedeutung einer guten Zusammenarbeit während der COVID-19-Pandemie für ein besseres Verständnis der Krankheit und ihrer Behandlung.

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