Neandertaler Gene im modernen Menschen beeinflussen COVID-19-Verlauf?

Von Charlie Meier

In einer zweiten Studie haben Wissenschaftler festgestellt, dass ein Großteil der Menschen durch Neandertaler Gene einen unterschiedlichen Krankheitsverlauf bei Corona-Infektionen aufweisen. Darüber hinaus könnte so ein genetischer Faktor einer Schutzvariante beigesteuert haben. Die Hälfte aller Menschen außerhalb Afrikas trägt eine Neandertal-Genvariante, die das Risiko einer Intensivpflege bei COVID-19 um 20 Prozent reduziert.

Vor- oder Nachteile der Neandertaler Gene bei Sars-CoV-2

coronavirus und neandertaler gene im modernen menschen in zusammenhang mit krankheitsverlauf

Einige Menschen werden schwer krank, wenn sie mit SARS-CoV-2 infiziert sind, während andere nur leichte oder keine Symptome bekommen. Neben Risikofaktoren wie fortgeschrittenem Alter und Diabetes machen Genvarianten Menschen auch mehr oder weniger empfindlich für die Entwicklung von schwerem COVID-19. Ein wichtiger genetischer Risikofaktor befindet sich auf Chromosom 3 und erhöht das Risiko für Atemversagen und sogar Tod dramatisch. Hugo Zeberg und Svante Pääbo vom Karolinska Institutet haben zusammen mit dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie im vergangenen Jahr festgestellt, dass diese Risikovariante von Neandertalern geerbt ist. Jetzt zeigt das Forschungsduo, dass die Neandertaler Gene im modernen Menschen zu einer Schutzvariante beisteuerten. Sie stellen fest, dass eine Region auf Chromosom 12, die das Risiko einer Intensivpflege bei einer Infektion mit Coronavirus um 20 Prozent verringert, von Neandertalern geerbt wurde.

menschlicher skellett liegend im bett

Die Gene in dieser Region werden als OAS bezeichnet und regulieren die Aktivität eines Enzyms. Letzteres baut virale Genome ab, und die Neandertal-Variante des Enzyms scheint dies effizienter zu tun. Die Studie zeigt auch, dass die Schutzvariante der Neandertaler seit der letzten Eiszeit häufiger geworden ist. Diese wird heute von etwa der Hälfte aller Menschen außerhalb Afrikas getragen. Es ist bemerkenswert, dass diese Genvariante in vielen Teilen der Welt so verbreitet ist. Dies deutet darauf hin, dass sie in der Vergangenheit viele Vorteile mit sich brachte, so die Autoren dieser Studie. Es ist auch bemerkenswert, dass zwei von Neandertalern geerbte genetische Varianten die COVID-19-Ergebnisse in entgegengesetzte Richtungen beeinflussen. Ihr Immunsystem beeinflusst Menschen heutzutage offensichtlich sowohl positiv als auch negativ.




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