Myeloide Zellen oder T-Suppressorzellen im Blut bei schwerem Covid-19?

Autor: Charlie Meier

Forscher konnten zeigen, dass bei schwerem COVID-19 eine bestimmte Art von Immunzellen im Blut, die sie als myeloide Zellen bezeichnet werden, auftritt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass individuelle Unterschiede in der Reaktion des Immunsystems auf SARS-CoV-2 die Schwere der Erkrankung beeinflussen. Die veröffentlichte Studie könnte also ein besseres Verständnis dafür vermitteln, wie sich Suppressorzellen auf den Krankheitsverlauf bei Sars-CoV-2 auswirken.

Immunreaktion durch myeloide Zellen bei Corona-Infektionen

mikroskopische darstellung und myeloide zellen des immunsystems bei infektion mit coronaviren

Die meisten Menschen mit COVID-19 entwickeln leichte bis mittelschwere Symptome und erholen sich, ohne dass eine Krankenhausbehandlung erforderlich ist. In schweren Fällen kann so eine Infektion jedoch zu Atemversagen oder sogar zum Tod führen. Es ist noch nicht bekannt, warum die Schwere der Erkrankung zwischen den Patienten so unterschiedlich ist. Ein internationales Forscherteam hat jetzt eine Art von Immunzellen, Monozyten (ein myeloisch abgeleiteter Suppressor) oder M-MDSC und ihre Rolle bei COVID-19 studiert. T-Zellen sind Teil des Immunsystems und aktiv am Schutz des Körpers vor Virusinfektionen beteiligt. Es wurde gezeigt, dass monzytische Immunzellen bei anderen Entzündungen zunehmen. Ihre unterdrückende Wirkung auf die T-Zell-Aktivität wurde ebenfalls festgestellt. Die Rolle von M-MDSC bei Infektionen der Atemwege ist jedoch weitgehend unbekannt. Da niedrige T-Zell-Spiegel ein Kennzeichen von COVID-19 sind, ist dies also von Interesse.

forscher im labor untersucht t suppressorzellen bei sars cov 2 und schwerem covid 19 aus blutproben

Die Studie bestand aus 147 Patienten mit leichtem bis tödlichem COVID-19, denen wiederholt Proben aus Blut und Atemwegen entnommen wurden. Diese wurden dann mit Influenza-Patienten und gesunden Personen verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass Patienten mit schwerem COVID-19 im Vergleich zu milderen Fällen und gesunden Personen signifikant erhöhte Werte dieser Suppressorzellen im Blut aufweisen. COVID-19-Patienten hatten dagegen weniger T-Zellen im Blut als gesunde Probanden und zeigten Anzeichen einer Funktionsstörung. Die Analyse zeigte auch, dass myeloide Zellen zu Beginn des Krankheitsverlaufs die Schwere der nachfolgenden Krankheit zu reflektieren schienen. Eine inhärente Einschränkung dieser Studie ist jedoch die Anzahl der Patienten und die Menge des Probenmaterials, die gesammelt werden konnte. Aus diesem Grund wurde jede Probe so effizient wie möglich verwendet. Der nächste Schritt der Forscher besteht darin, die Verbindung zwischen verschiedenen Teilen des Immunsystems weiter zu untersuchen.

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