Moderna Pharma testet mRNA-Impfstoff gegen Influenza auf Menschen

Von Charlie Meier

Das US-Biotech-Unternehmen Moderna Pharma gab am Mittwoch bekannt, dass es seinen ersten Studienteilnehmern einen neuen mRNA-Impfstoff gegen Grippe verabreicht habe. Dieser soll auf mehrere Influenza-Stämme abzielen. Der Pharmakonzern beabsichtigt jedoch zuerst, 180 Erwachsene in den Vereinigten Staaten für Phase 1/2 der Menschenversuche zu rekrutieren. Auf diese Weise sollen die Forscher also die Sicherheit und Stärke der Immunantwort auf die Injektion, genannt mRNA-1010, bewerten können.

Neuer Grippeimpfstoff von Moderna Pharma in der Testphase

medizinischer angestellter bei moderna pharma testet neuen mrna impfstoff gegen grippe

Das entwickelte Produkt basiert auf der gleichen Botenstoff-Ribonukleinsäure (mRNA)-Technologie, die Moderna Pharma beim COVID-19-Impfstoff eingesetzt hat. Der letztere ist zu mehr als 90 Prozent wirksam. Das Unternehmen geht davon aus, dass sein Kandidat für die saisonale Grippe ein wichtiger Bestandteil sein wird. Dies schließt die zukünftigen Kombinationsimpfstoffe für die Atemwege ein, teilte der Vorsitzende Stephane Bancel in einer Erklärung mit. Die meisten aktuellen Grippeimpfstoffe basieren auf inaktivierten Viren, die Laboranten in Hühnereiern züchten können. Die Virenstämme müssen jedoch sechs bis neun Monate vor dem Einsatz der Impfstoffe zur Auswahl kommen, wobei ihre Wirksamkeit dann etwa 40 bis 60 Prozent beträgt. Darüber hinaus hofft Moderna Pharma, dass die mRNA-Technologie die Entwicklung beschleunigen und die Skalierbarkeit erhöhen kann. Der Prozess ruft nämlich eine Immunantwort hervor, indem genetische Moleküle, die den Code für Schlüsselteile eines Krankheitserregers enthalten, in menschliche Zellen einschleusen.

ein team aus ärzten bespricht immunantwort auf impfstoff gegen virenstämme der influenza

Laut den Forschern, können Ärzte mehrere mRNA-Moleküle, die für verschiedene Stämme kodieren, in einer einzelnen Impfstoffdosis abgeben. Die in Entwicklung befindliche Grippeschutzimpfung zielt also auf vier von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Grippestämme ab. Es geht dabei um die Stämme A (H1N1), A(H3N2), B/Yamagata und B/Victoria. Die WHO schätzt, dass es weltweit jedes Jahr etwa drei bis fünf Millionen schwere Grippefälle und 290 000 bis 650 000 davon bedingte Todesfälle aufgrund  der betroffenen Atemwege gibt. Das Moderna Pharma plant außerdem auch ganz bald, potenzielle Kombinationsimpfstoffe gegen Grippe, SARS-CoV-2, humanes respiratorisches Synzytial-Virus (Respiratory Syncytial Virus, RSV) und humanes Metapneumovirus (hMPV) zu untersuchen.

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