So wirken Medikamente gegen Bandwurm bei Infektionen mit Sars-CoV-2

Von Charlie Meier

Eine neu entwickelte Verbindung, die auf Medikamente gegen Bandwurm basiert, erwies sich in neuer Studie als potenzieller Medikamentenkandidat gegen COVID-19. Antiparasitäre Mittel, die bereits zur Behandlung von Bandwürmern dienen, inspirierten die Forscher in Laborstudien mit ihrer zweifachen Wirksamkeit gegen Sars-CoV-2. Die Verbindung ist eine Sammlung von Molekülen, die als Salicylanilide bekannt sind.

Könnten Medikamente gegen Bandwurm Coronaviren neutralisieren?

bestehende medikamente gegen bandwurm als potenzielle antiparasitäre mittel gegen covid 19

Seit 15 Jahren ist bekannt, dass Salicylanilide gegen bestimmte Viren wirken. Sie neigen jedoch dazu, im Darm eingeschränkt zu sein und können Toxizität bewirken, so die Studienautoren. Die neue Verbindung aus dieser Forschung überwindet beide Probleme in zellbasierten Tests und wirkt sowohl als antivirale als auch als entzündungshemmende Arznei. Darüber hinaus weist diese Eigenschaften auf, die für die Verwendung in Form von Pillen gut geeignet sind. Salicylanilide wurden erstmals in den 1950er Jahren in Deutschland entdeckt und zur Bekämpfung von Wurminfektionen bei Rindern eingesetzt. Mediziner setzen heutzutage jedoch die Versionen mit dem Wirkstoff Niclosamid bei Tieren und Menschen zur Behandlung von Bandwürmern ein. Diese Medikamente gegen Bandwurm wurden außerdem auch auf krebshemmende und antimikrobielle Eigenschaften untersucht. Die Experimente zeigten, dass die von den Forschern genannte Verbindung Nr. 11 von den vielen modifizierten Salicylaniliden pandemische Coronavirus-Infektionen beeinflusste. Dabei spielt die antivirale Wirkung gegen Sars-CoV-2 des Arzneimittels die Hauptrolle.

unter mikroskop untersuchte wirkstoffe gegen sars cov 2 im labor

Zurzeit sind bessere Medikamente gegen COVID-19 nötig, da hochinfektiöse neue Varianten weltweit zu erneuten Anstiegen von Krankheiten und Todesfällen führen. Nr. 11 störte das Virus, sein genetisches Material in infizierte Zellen einzulagern. Dies ist ein Prozess, der als Endozytose bekannt ist. Bei der Endozytose muss das Virus ein Paket auf Lipidbasis um virale Gene herum bilden. Das Paket dringt in die infizierte Zelle ein und löst sich auf, sodass die Proteinbildungsmaschinerie der infizierten Zelle es lesen und neue Viruskopien produzieren kann. Nr. 11 scheint diese Auflösung des Pakets zu verhindern. Da es eher innerhalb von Zellen als auf Virusspitzen wirkt, seien Fragen, ob es in neuen Varianten wie Delta und Lambda funktionieren würde, kein Problem, so die Autoren dieser Studie. Dieser Mechanismus ist nicht vom Virus-Spike-Protein abhängig. Daher werden die neuen Varianten die Forscher nicht dazu zwingen, neue Moleküle zu finden, wie es bei Impfstoffen oder Antikörpern der Fall ist.

Anzeige



Bild einbetten

Code kopieren, um das Bild einzubetten: Großes Bild: Kleines Bild: BB-Code:
Fertig