Mangel an Sonnenlicht und Vitamin D beeinflusst den Typ-1-Diabetes nicht

Von Charlie Meier

Laut Forschern haben genetisch bedingte Vitamin-D-Spiegel und der Mangel an Sonnenlicht keinen Einfluss auf das Risiko für Typ-1-Diabetes bei Europäern. Dies geht aus einer Studie hervor, die kürzlich im Februar 2021 in einer Zeitschrift der Universität von Montreal erschienen ist.

Zusammenhang zwischen Mangel an Sonnenlicht und Zuckerkrankheit

frau testet ihren blutzucker im freien wegen mangel an sonnenlicht bei typ 1 diabetes

Typ-1-Diabetes ist eine relativ häufige Autoimmunerkrankung, die eine erhebliche lebenslange Krankheit und möglicherweise auch wirtschaftliche Belastungen verursacht. Die Inzidenz nimmt weltweit zu, und es sind keine Interventionen bekannt, mit denen die Krankheit verhindert werden kann. Forscher haben den Mangel an Sonnenlicht oder Vitamin D bereits in Beobachtungsstudien mit Typ-1-Diabetes in Verbindung gebracht. Es fehlen jedoch Hinweise auf einen kausalen Effekt aus randomisierten kontrollierten Studien. In dieser neuen Studie verwendete das Forschungsteam ein sogenanntes Mendelsches Design zur Randomisierung. Auf diese Weise wollten die Wissenschaftler testen, ob genetisch verringerte Vitamin D-Spiegel das Risiko für Typ-1-Diabetes erhöhen. Die Mendelsche Randomisierung ist eine Methode zur Verwendung der gemessenen Variation krankheitsbedingter Gene. So kann der kausale Effekt einer Exposition auf eine Krankheit untersucht werden. In diesem Fall mit zwei Stichproben umfasste das Verfahren eine mit Vitamin-D assoziierte Studie, an der 443 734 Europäer teilnahmen.

durchsichtige kapseln von nahrungsergänzungsmittel formen vitamin d

Die Ergebnisse unterstützen keinen großen Einfluss der Vitamin-D-Spiegel auf das Risiko für Typ-1-Diabetes. Das Risikoverhältnis beläuft sich dabei auf 1,09, 95 % mit Konfidenzintervall von 0,86-1,40, p = 0,48. Es können jedoch geringere Auswirkungen bestehen und die Ergebnisse sind möglicherweise nicht auf außereuropäische Bevölkerungsgruppen übertragbar. Diese Studienergebnisse legen nahe, dass die früheren epidemiologischen Zusammenhänge zwischen Vitamin D und Typ-1-Diabetes auf Störfaktoren wie Breitengrad und Sonneneinstrahlung zurückzuführen sein könnten. Die Erkenntnisse aus dieser Forschung stützen keinen großen Effekt eines mangelnden Vitamin-D-Spiegels auf Typ-1-Diabetes. Es kann jedoch kleinere Effekte geben, die von den Autoren dieser Studie nicht nachgewiesen werden konnten. Bis weitere Beweise aus großen Kohorten zur Verfügung stehen, können sie daher die Verwendung von Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel und Strategie zur Vorbeugung von Typ-1-Diabetes bei Risikopersonen nicht empfehlen. Dies gilt auch beispielsweise für Geschwister oder Nachkommen von Menschen mit Typ-1-Diabetes.

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