Kein Geruchssinn bei COVID-19: Wie Corona Geruchsverlust verursacht

Autor: Charlie Meier

Einer der Frühindikatoren für eine SARS-CoV-2-Infektion ist, dass plötzlich kein Geruchssinn oder Geschmack mehr da sind. Oft bleiben diese Symptome lange nach der scheinbaren Beseitigung der Infektion bestehen. Wie kann ein solches Virus in das Nervensystem gelangen und warum greift es das Geruchs- oder Geschmackssystem so gezielt an? Neue Studienergebnisse sollen nun mehr Klarheit über diese Fragen ermöglichen.

Wie kommt es bei Coronavirus dazu, dass kein Geruchssinn mehr vorhanden ist?

kein geruchssinn bei covid 19 im versuch zum riechen von blumen

In einem Artikel weisen die neuen Forschungsergebnisse darauf hin, dass die vielen neurologischen Symptome von COVID-19 eher durch die weit verbreitete Entzündung des Körpers und die damit verbundene Verletzung der Blutgefäße als durch eine Infektion des Gehirngewebes selbst erklärt werden könnten. Obwohl dies durchaus der Fall sein könnte, sagt es nicht viel darüber aus, warum der Geruchssinn ein so häufiges Opfer ist. Darüber hinaus waren die meisten Patienten nach den Autopsien älter. Sie hatten signifikante Komorbiditäten, von denen viele offenbar mit begleitendem COVID-19, jedoch nicht daran starben. In der Tat war nicht dokumentiert, ob bei irgendjemandem von ihnen tatsächlich kein Geruchssinn vorhanden war. Insbesondere Antikörper gegen das Spike-Protein haben darauf hingewiesen, dass SARS-CoV-2 oder zumindest Teile davon Neuronen der Großhirnrinde infizieren können. Mithilfe der Elektronenmikroskopie konnten Wissenschaftler auch Viruspartikel identifizieren. Diese traten aus dem endoplasmatischen Retikulum des Wirts aus und wiesen auf einen signifikanten Zelltod hin.

darstellung von coronaviren sars cov 2 in 3d mit spike proteinen an den oberflächen

Ein Vergleich der Eintrittsmechanismen anderer verwandter Coronaviren oder sogar nicht verwandter Viren, die das Gehirn auf ähnliche Weise über einen olfaktorischen Weg infizieren, könnte weitere Hinweise liefern. Ein typisches Beispiel ist das OC43-Coronavirus. Dies ist eines der Viren, die Erkältungen verursachen. OC43 kann Zugang zum Gehirn über die N-Acetyl-9-O-Acetylneuraminsäure erhalten. Dann kann es den axonalen Transport entführen, um Bereiche mit höherem Faktor zum Riechen im Kortex zu erreichen. Die neueste Version von OC43, bekannt als Genotyp D, wurde 2004 entdeckt. Diese stammt vermutlich aus einem Rekombinationsereignis zwischen verwandten Genotypen B und C. Wie im Fall von OC43 glauben auch die Autoren dieser Studie, dass eine neuartige Spaltungsstelle, ein bestimmendes Merkmal von SARS-CoV-2, möglicherweise von einem Rekombinationsereignis mit einem anderen Coronavirus stammt. Eine Rekombination zwischen entfernt verwandten Klassen von Coronaviren, die so eine Stelle enthalten würden, ist jedoch möglicherweise nicht so wahrscheinlich.

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