Inhalative Kortikosteroide als zusätzliche Behandlung von COPD wirksam?

Von Charlie Meier

Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung können laut neuer Studie inhalative Kortikosteroide zur Verbesserung der Lungenfunktion als Kombinationstherapie einnehmen. Laut den Studienautoren könnte dieser Therapieansatz das Risiko einer akuten Verschlechterung der Lungenerkrankung deutlich verringern. Das Gleichgewicht zwischen reduzierter Exazerbation und verstärkten Nebenwirkungen hängt jedoch von der Dosis und den Eigenschaften des Patienten ab. Nun konnten Forscher der Universität Zürich zeigen, wie personalisierte Behandlungen Nutzen und Nebeneffekte optimal auszubalancieren.

Wie inhalative Kortikosteroide die Lungenfunktion bei COPD verbessern können

ärztin bereitet inhalative kortikosteroide als therapie gegen lungenerkrankung vor

Eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) verursacht eine dauerhafte Verengung der Atemwege, was das Atmen erschwert. Die Verengung tritt bei Entzündungen der kleinen Atemwege auf und führt zur Schleimproduktion sowie zur Zerstörung des Lungengewebes. Inhalative Kortikosteroide kommen häufig in Kombination mit wirksamen Bronchodilatatoren zum Einsatz, um eine akute Verschlechterung des Lungenzustands, sogenannte Exazerbationen, bei Patienten mit COPD zu verhindern. Während inhalative Kortikosteroide Entzündungen oder Exazerbationen reduzieren, verbessern Bronchodilatatoren die Atmung, indem sie die Bronchien erweitern. Die Studienergebnisse zeigen, dass drei Schlüsselfaktoren das Gleichgewicht zwischen Behandlungsnutzen und Nebenwirkungen der Zugabe verschiedener Dosen von inhalativen Kortikosteroiden beeinflussen. Dabei geht es vor allem um das Risiko einer Exazerbation, die Menge bestimmter Blutkörperchen und das Alter des Patienten. Das Team fand heraus, dass Patienten mit einem zweijährigen Exazerbationsrisiko von weniger als 32 %, typischerweise diejenigen, die in der Vergangenheit keine Exazerbationen hatten, nicht aus inhalative Kortikosteroide in niedriger bis mäßiger Dosierung profitieren.

chronisch obstruktive lungenerkrankung copd durch neuen therapieansatz behandeln

Bei der Anwendung dieser Ergebnisse auf Daten einer schweizerischen und niederländischen Kohortenstudie zeigten die Forscher, dass einige Patienten davon profitieren. Dies könnte helfen, eine Über- und Unterversorgung zu minimieren, indem Ärzte die Behandlung entsprechend der Dosis und den Patientenmerkmalen anpassen. Präzisionsmedizin wird oft auf einzelne Faktoren wie einen genetischen Marker heruntergebrochen, aber die Realität ist meist komplizierter. In einem systematischen Ansatz betrachteten die Studienautoren drei Kategorien von Einflussfaktoren auf die Ergebnisse und kombinierten sie umfassend: Faktoren, die den Behandlungseffekt modifizieren, Faktoren, die mit der Wahrscheinlichkeit von Nutzen und Nebenwirkungen ohne Behandlung verbunden sind und Patientenpräferenzen. Diese Studie kann als Beispiel dienen, wie die Komplexität des Nutzen-Schaden-Verhältnisses systematisch angegangen werden kann, damit Behandlungsleitlinien konkrete und nützliche Empfehlungen zur Personalisierung von Therapien geben können.

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