Kann Covid-19 als Infektion in der Schwangerschaft zu Frühgeburt führen?

Von Charlie Meier

Frauen, die eine Infektion in der Schwangerschaft durch Sars-CoV-2 entwickeln, haben laut einer neuen Studie ein höheres Risiko für Frühgeburt. Die Wahrscheinlichkeit einer sehr frühen Geburt, die in weniger als 32 Schwangerschaftswochen auftritt, war bei Personen, die sich irgendwann während ihrer Schwangerschaft mit COVID-19 infiziert haben, um 60 Prozent höher. Bei den infizierten in der 37. Woche stieg das Risiko um 40 Prozent. Schwangere, die neben Corona-Infektion auch Bluthochdruck, Diabetes und/oder Fettleibigkeit hatten, wiesen ein um 160 Prozent höheres Frühgeburtsrisiko auf.

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ärzte behandeln frühgeburt bei einer infektion in der schwangerschaft mit coronavirus

Frühgeburten sind für Schwangere und Babys mit vielen schwierigen Ergebnissen verbunden und bergen das höchste Risiko für Komplikationen beim Säugling. Die neuen Studienergebnisse weisen auf die Bedeutung präventiver Maßnahmen zur Reduzierung der COVID-19-Infektion bei Schwangeren hin, um Frühgeburten zu verhindern. Diese Forschung konnte die Risiken von COVID-19 nach bestimmten Subtypen der Frühgeburt sowie nach Rasse, ethnischer Zugehörigkeit und Versicherungsstatus identifizieren. Die Studiendaten spiegelten sowohl die bestehenden Unterschiede bei den Frühgeburtenraten als auch die bekannte übergroße Belastung der Pandemie wider. Angesichts des Anstiegs der Infektionen und der Zunahme der Delta-Variante müssen Mediziner schwangeren Frauen Priorität einräumen, so die Studienautoren. Die Forscher analysierten alle Lebendgeburten zwischen Juli 2020 und Januar 2021. Von den 240 157 registrierten Geburten wiesen fast 9000 oder 3,7 Prozent eine COVID-19-Diagnose in der Schwangerschaft auf. Die Frühgeburtenrate bei Gebärenden mit einer COVID-19-Diagnose lag somit bei 11,8 Prozent im Vergleich zu 8,7 Prozent bei jenen ohne COVID-19.

schwangere frau mit krämpfen im freien versucht ihren gynäkologen anzurufen

Ungefähr 15,9 Prozent der untersuchten Personen hatten Bluthochdruck, Diabetes, Fettleibigkeit oder eine Kombination davon. Darüber hinaus erhöhten solche Komorbiditäten zusammen mit einer viralen Infektion in der Schwangerschaft das Risiko einer Frühgeburt. Die Forscher fanden außerdem heraus, dass die Frühgeburtenraten nicht davon abwichen, ob die Geburten spontan oder medizinisch indiziert waren. Dies könnte laut den Studienautoren auf mehrere Wege zwischen der COVID-19-Diagnose und der Frühgeburt hinweisen. Sie konnten jedoch nicht feststellen, wann sich die Probanden mit COVID-19 infizierten oder wie schwerwiegend die Infektion in der Schwangerschaft war. Diese Studie liefert wichtige Details zum Verständnis der Mechanismen, durch die COVID-19 das Frühgeburtsrisiko beeinflusst.

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