Infektion im Mund durch Coronavirus im Speichel in neuer Studie bewiesen

Autor: Charlie Meier

Ein internationales Wissenschaftlerteam hat Beweise dafür gefunden, dass SARS-CoV-2 zu einer Infektion im Mund durch davon betroffene Zellen führen kann. Es ist bereits bekannt, dass die oberen Atemwege und Lungen die Hauptursachen für eine Infektion mit COVID-19 sind. Die neuen Ergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass Coronaviren auch Zellen in anderen Körperteilen wie dem Verdauungssystem, den Blutgefäßen, den Nieren und so weiter infizieren können.

Durch Sars-CoV-2 verursachte Infektion im Mund

forscher entnimmt probe für sars cov 2 aus dem speichel einer frau zum testen auf coronavirus

Die neue Studie zeigt das Potenzial des Virus, mehrere Bereiche des Körpers zu infizieren. Diese Erkenntnisse könnten dazu beitragen, die weitreichenden Symptome von Patienten mit COVID-19 zu erklären. Diese schließen orale Beschwerden wie Geschmacksverlust, Mundtrockenheit und Blasenbildung ein. Darüber hinaus weisen die Ergebnisse auf die Möglichkeit hin, dass der Mund eine Rolle bei der Übertragung von SARS-CoV-2 über Speichel, der mit Viren aus infizierten oralen Zellen beladen ist, auf die Lunge oder das Verdauungssystem spielt. Ein besseres Verständnis dieser Auswirkungen könnte Strategien zur Verringerung der Virusübertragung innerhalb und außerhalb des Körpers beeinflussen. Forscher wissen bereits, dass der Speichel von Menschen mit COVID-19 hohe SARS-CoV-2-Spiegel enthalten kann. Frühere Untersuchungen legen nahe, dass Speicheltests für die Diagnose von COVID-19 fast so zuverlässig wie tiefe Nasentupfer sind.

zahnärztin mit schutzkleidung zeigt auf eine infektion im mund eines patienten mit covid 19

Was Wissenschaftler jedoch nicht ganz wissen, ist, wie SARS-CoV-2 in den Speichel gelangt. Bei COVID-19-Patienten, die Atemwegsbeschwerden haben, kommt das Virus im Speichel möglicherweise teilweise aus der Nasendrainage oder aus dem Gehuste. Laut den Studienautoren erklärt dies jedoch möglicherweise nicht, wie das Virus in den Speichel von Menschen gelangt, denen diese respiratorischen Symptome fehlen. Basierend auf Labordaten vermuten sie, dass zumindest ein Teil des Speichelvirus selbst aus infizierten Geweben im Mund stammt. Daher untersuchten die Forscher Mundgewebe von gesunden Menschen, um Mundregionen zu identifizieren, die für eine SARS-CoV-2-Infektion anfällig sind. In bestimmten Zellen der Speicheldrüsen und Gewebe, die die Mundhöhle auskleiden, haben sie RNA für zwei Schlüsseleintrittsproteine ​​gefunden. Diese sind als ACE2-Rezeptor und TMPRSS2-Enzym bekannt. Zusammengenommen, so die Forscher, deuten die Ergebnisse dieser Studie darauf hin, dass der Mund über infizierte orale Zellen eine größere Rolle bei der SARS-CoV-2-Infektion als bisher angenommen spielt.

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