Immunologisches Gedächtnis nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 möglich

Autor: Charlie Meier

Bisher war unklar, ob ein immunologisches Gedächtnis nach überlebter SARS-CoV-2-Infektion besteht und somit vor einer Neuinfektion schützen kann. Mehrere Studien hatten gezeigt, dass spezifische Antikörper bei vielen Menschen, die COVID-19 überlebt haben, nur für einige Monate nachweisbar sind. Daher könnten diese möglicherweise nur einen vorübergehenden Schutz gegen eine erneute Infektion bieten. Ein Forschungsteam am medizinischen Zentrum der Universität Freiburg konnte nun ein positives Ergebnis nachweisen.

Schutz vor zweiter Infektion durch immunologisches Gedächtnis

ärztin bereitet patientin mit schutzmaske auf injektion von impfstoff gegen covid 19

Nach einer Genesung von Coronavirus werden laut den Studienautoren also Immunzellen gebildet. Diese verbleiben im Körper und können im Falle einer erneuten Infektion eine schnelle Immunantwort vermitteln. Die sogenannten T-Zellen nach einer COVID-19-Infektion ähneln denen nach einer echten Grippe. Das Forschungsteam aus Freiburg ist daher zuversichtlich, dass die Mehrheit der Menschen, die diese Erkrankung überlebt haben, einen gewissen Schutz vor einer erneuten Infektion haben wird. Um innerhalb weniger Monate belastbare Forschungsergebnisse zu erzielen, wäre eine enge Vernetzung zwischen Klinik und Wissenschaft auf höchstem Niveau eine Grundvoraussetzung. Einerseits werden Patienten mit COVID-19 auf Station behandelt und auch nach Abheilung der Infektion in einer speziellen Ambulanz weiter betreut. Andererseits verfügt die dortige Klinik über großes Fachwissen in der Analyse von Immunzellen bei Virusinfektionen wie Hepatitis C und B.

t zellen lösen ein immunologisches gedächtnis nach einer infektion mit coronavirus aus

Obwohl die Universität Freiburg nicht an der Entwicklung von Impfstoffen gegen SARS-CoV-2 beteiligt ist, sorgen die Studienergebnisse für mehr Optimismus. Diese legen nämlich nahe, dass so ein immunologisches Gedächtnis gegen SARS-CoV-2 nach einer Infektion erreicht werden kann. Impfstoffe, die derzeit ebenso in Studien getestet werden, könnten also einen erheblichen Schutz gegen COVID-19 bieten. Die Entschlüsselung komplexer Immunantworten war lange Zeit ein Teil des Forschungsschwerpunkts der Universität und des medizinischen Zentrums. Dank der hohen wissenschaftlichen Qualität vor Ort können die Wissenschaftler jetzt einen wichtigen Beitrag zur Coronakrise leisten, so die Autoren der Studie. Die Freiburger Forschung wurde in der Online-Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Nature Medicine am 12. November 2020 veröffentlicht.

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