Hunger unterdrücken: Dieses Hormon hilft im Kampf gegen Fettleibigkeit

Von Charlie Meier

Ein Hormon, das bei Nahrungsaufnahme den Hunger unterdrücken und das Völlegefühl bei Mäusen erhöhen kann, hat ähnliche Ergebnisse bei Menschen und nichtmenschlichen Primaten gezeigt. So heißt es in einer kürzlich veröffentlichten Studie. Somit könnte das sogenannte Lipocalin-2 (LCN2) als potenzielle Behandlung von Adipositas eingesetzt werden. Dies kann die natürlichen Signale für ein Sättigungsgefühl, die bei solchen Personen nicht mehr wirken, ersetzen.

Kann ein Hormon Hunger unterdrücken?

heißhunger verhindern und übergewicht bekämpfen

LCN2 wird hauptsächlich von Knochenzellen produziert und kommt natürlicherweise bei Mäusen und Menschen vor. Studien mit Labormäusen haben gezeigt, dass die langfristige Gabe von LCN2 an die Versuchstiere die Nahrungsaufnahme verringert. Dies verhindert also die Gewichtszunahme, ohne dass der Stoffwechsel verlangsamt wird. LCN2 ist ein Signal für das Sättigungsgefühl nach einer Mahlzeit. Es führt dazu, dass übermäßiges Essen begrenzt wird. Dies geschieht durch Einwirkung auf den Hypothalamus im Gehirn, so die Studienautoren. Die Forscher wollten sehen, ob LCN2 bei Menschen ähnliche Wirkungen hat und ob eine Dosis davon die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann. Das Team analysierte zunächst Daten aus vier verschiedenen Studien mit Menschen in den USA und Europa. Diese waren entweder normalgewichtig, übergewichtig oder mit Fettleibigkeit. Die Personen in jeder Studie erhielten nach einem Fasten über Nacht eine Mahlzeit. Dann wurde die Menge an LCN2 in ihrem Blut vor und nach dieser Mahlzeit untersucht.

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Die Forscher fanden heraus, dass bei Personen mit normalem Gewicht die LCN2-Spiegel nach dem Essen anstiegen. Das fiel mit der Zufriedenheit nach dem Essen zusammen. Im Gegensatz dazu sanken die Spiegel des Hormons bei Menschen mit Übergewicht oder Adipositas nach so einer Mahlzeit. Basierend auf dieser Reaktion nach dem Essen gruppierten die Forscher Menschen als Non-Responder oder Responder. Erstere, die nach der Mahlzeit keinen Anstieg des LCN2 zeigten, hatten tendenziell einen größeren Taillenumfang und höhere Marker für Stoffwechselerkrankungen. Dies schließt außerdem auch Körpermasseindex, Körperfett, erhöhten Blutdruck und erhöhten Blutzucker ein. Bemerkenswerterweise wurde jedoch festgestellt, dass Menschen, die nach einer Magenbypass-Operation abgenommen hatten, eine wiederhergestellte Empfindlichkeit gegenüber LCN2 hatten. Dies änderte also ihren Status von Non-Respondern vor der Operation zu Respondern danach, so die Forscher.

Studienergebnisse

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Zusammengenommen spiegeln diese Ergebnisse die bei Mäusen beobachteten wider und legen nahe, dass dieser Verlust der LCN2-Regulation nach der Mahlzeit ein neuer Mechanismus ist. Dieser könnte zur Bekämpfung von Fettleibigkeit beitragen und ein potenzielles Ziel für Behandlungen zur Gewichtsreduktion sein. Nachdem überprüft wurde, ob LCN2 in das Gehirn gelangen kann, untersuchten die Autoren der Studie, ob die Behandlung mit dem Hormon die Nahrungsaufnahme verringern und eine Gewichtszunahme verhindern könnte. Dazu behandelten sie eine Woche lang Affen mit LCN2. Sie sahen einen Rückgang der Nahrungsaufnahme um 28 % im Vergleich zu vor der Behandlung innerhalb einer Woche.

Die Tiere aßen auch 21 % weniger als jene, die nur mit Kochsalzlösung behandelt wurden. Darüber hinaus zeigten Messungen von Körpergewicht, Körperfett und gesenktes Blutfett nach nur einer Woche Behandlung einen rückläufigen Trend bei behandelten Tieren. Dieses Hormon  kann den Appetit mit vernachlässigbarer Toxizität zügeln und die Grundlage für den zukünftigen klinischen Einsatz legen.

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