Hoher Blutzuckerspiegel erhöht Risiko bei COVID-19 auch ohne Diabetes

Von Charlie Meier

Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass ein hoher Blutzuckerspiegel mit Mortalitäten bei COVID-19 selbst bei Menschen ohne Diabetes in der Vorgeschichte korreliert. Die Studie legt also nahe, dass bei Patienten mit SARS-CoV-2-Infektionen frühzeitige Blutzuckermessungen erforderlich sind. Andere laufende Forschungen haben ebenso gefährdete Bevölkerungsgruppen identifiziert, wie zum Beispiel Menschen mit immungeschwächten Zuständen oder solche ab 65 Jahren. Es ist jedoch noch unklar, warum COVID-19 auch für Menschen tödlich sein kann, die nicht zu Risikogruppen gehören.

Coronavirus und hoher Blutzuckerspiegel als Risikofaktor

hoher blutzuckerspiegel kann das todesrisiko bei patienten mit covid 19 erhöhen

Es ist bekannt, dass überschüssiger Blutzucker mit Typ-2-Diabetes zusammenhängt. Ein Forscherteam in Spanien wollte jedoch untersuchen, ob ein hoher Blutzuckerspiegel allein mit dem Todesrisiko bei COVID-19 korreliert. Die Forscher verwendeten ein nationales Register, um Daten von 11 312 COVID-19-Patienten in 109 Krankenhäusern in Spanien vom 1. März bis 31. Mai 2020 zu analysieren. Patienten wurden von der Studie ausgeschlossen, wenn sie wiederholte Krankenhausbesuche hatten oder keine Einverständniserklärung vorlegten. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 67,06 Jahre und 57,1 % davon waren männlich. Nur 18,9 % der Patienten in der Studie waren mit Diabetes diagnostiziert. Bei der Krankenhauseinweisung wurde der Blutzucker gemessen, und das Team verwendete diese Informationen, um die Patienten in drei Gruppen einzuteilen, die als normaler, hoher und sehr hoher Blutzuckerspiegel beschrieben wurden.

mit sars cov 2 infizierter patient in hohem alter liegt unter quarantäne im krankenhaus mit beatmungsgerät

Die Forscher fanden heraus, dass ein hoher Blutzuckerspiegel mit älteren Männern in der Vorgeschichte von Diabetes, Bluthochdruck oder einem anderen Gesundheitszustand in Verbindung gebracht wurde. Das Team beobachtete auch häufiger erhöhte Spiegel an Entzündungsmarkern bei Patienten mit hohen Blutzuckerwerten. Einer der wichtigsten Befunde war, dass mit steigendem Blutzuckerspiegel auch das Todesrisiko durch COVID-19 anstieg. Diese Assoziation war von einer Anamnese für Diabetes jedoch nicht betroffen. Von allen in die Studie einbezogenen Patienten starben 20,2 % an Sars-CoV-2. In dieser Gruppe hatten 41,1 % einen sehr hohen Blutzuckerspiegel, während 15,7 % normale Werte aufwiesen. Patienten mit sehr hohem Blutzuckerspiegel blieben etwas länger im Krankenhaus als diejenigen ohne erhöhten Blutzucker. Sie erforderten auch eine intensivere Betreuung auf der Intensivstation und eine invasive oder nichtinvasive Beatmung.

Frühzeitige Diagnose kann helfen

forscher im labor analysiert blutproben mit coronavirus

Trotz einiger Mängel heben die Autoren die Bedeutung ihrer Studie hervor – die meisten COVID-19-Studien konzentrieren sich auf schwerkranke Patienten und hinterlassen nur begrenzte Daten über andere, die sich nicht in einem kritischen Zustand befinden. Um die Sterblichkeitsrate zu verbessern und Blutzuckermessungen bei Krankenhauseinweisung einzuschließen, müssen möglicherweise die COVID-19-Protokolle verfeinert werden. Eine frühzeitige Blutzuckerkontrolle kann eine geeignete therapeutische Option sein, um die schlechten Ergebnisse bei hospitalisierten, hyperglykämischen COVID-19-Patienten mit oder ohne vorheriger Diagnose zu reduzieren, so die Autoren der Studie. Blutzuckermessungen bei Krankenhauseintritt können für die Priorisierung der Behandlung von Patienten mit hohem COVID-19-Todesrisiko also von entscheidender Bedeutung sein. Diese frühzeitige Intervention wäre besonders hilfreich für rassische und ethnische Gruppen mit einer Veranlagung für Typ-2-Diabetes, die von der COVID-19-Pandemie überproportional betroffen sind.

Anzeige



Bild einbetten

Code kopieren, um das Bild einzubetten: Großes Bild: Kleines Bild: BB-Code:
Fertig