Hepatitis D: Neues Medikament bietet zum ersten Mal eine Therapiemöglichkeit

Autor: Olga Schneider

Zum ersten Mal hat die EU-Kommission einen Wirkstoff zur Therapie von Patienten mit Hepatitis D zugelassen. Weltweit sind über 1 Millionen Menschen davon betroffen, bundesweit beträgt die Zahl der Patienten ca. 6000. Bisher gab es keine Heilung für die schwere chronische Krankheit. Da die Mehrheit der Betroffenen trotz Standardbehandlungsmethoden eine Leberzirrhose entwickelt, ist für die meisten eine Lebertransplantation lebensnotwendig. Mit der Zulassung vom neuen Medikament bietet sich eine Alternative.

Medikament gegen Hepatitis D: Die Wirksamkeit von "Hepcludex" wissenschaftlich belegt

Medikament gegen Hepatitis D zum ersten Mal zugelassen

Der Wirkstoff für die Arznei gegen Hepatitis D wurde von Prof. Dr. Stephan Urban vom Universitätsklinikum in Heidelberg in Zusammenarbeit mit französischen Forschern aus dem Institut INSERM entwickelt. Mehr als 25 Jahre harte Arbeit haben sich ausgezahlt, denn der Virusblocker Hepcludex wurde vor paar Tagen von der europäischen Kommission zugelassen. Das Medikament gibt den Infizierten in Europa Hoffnung auf Heilung.

Mit Hepatitis D können sich nur Patienten infizieren, die bereits an Hepatitis B erkrankt sind. Die beiden Viren haben eins gemeinsam: Sie vermehren sich nur in der menschlichen Leber, wo sie durch den Gallensalztransporter in die Zellen eindringen können. Die infizierten Zellen sterben schnell ab, deswegen befällt das Virus ständig neue. Hepcludex kann die gesunden Zellen und die neuen Zellen, die die Leber bildet, effektiv vor dem Virus schützen. Die infizierten Zellen sterben im Laufe der Zeit komplett ab und das Virus wird mithilfe der Arznei erfolgreich bekämpft. Wenn das Organ nicht allzu stark betroffen ist, kann es sich mit der Zeit erholen.

Medikament gegen Hepatitis D - Auch gegen Hepatitis B wirksam?

Medikament gegen Hepatitis D in EU zugelassen Menschenleben retten

Das Medikament wurde bereits zweimal getestet. In der ersten Phase konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass die Arznei gut vertragen wird. In der zweiten Phase wurde auch die Wirkung belegt. Jetzt folgt die letzte Testphase. Während dieser dritten Phase sollen die Langzeitwirkungen vom Medikament untersucht werden. Die Arznei hat sich übrigens als wirksam auch gegen Hepatitis B erwiesen.




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