Große Weingläser in Restaurants beeinflussen den Alkoholkonsum

Von Charlie Meier

Große Weingläser, die in der Gastronomie serviert werden, können die Menge des getrunkenen Weins beeinflussen. Das geht aus einer neuen Forschung der Universität von Cambridge hervor. Die Studie ergab, dass Restaurants, die Wein in 370 ml statt 300 ml Gläsern servierten, mehr davon verkauften. Der Verkauf ist jedoch tendenziell gesunken, wenn sie 250 ml Gläser dafür verwendeten. Diese Effekte haben die Forscher in Bars allerdings nicht beobachtet.

Große Weingläser bedeuten mehr Alkohol

frau aus der gastronomie poliert weinglas mit tuch

Alkoholkonsum bei Frauen und Männern ist eine der häufigsten Ursachen für frühen Tod in Ländern mit hohem Einkommen, aber auch weltweit. Eine Möglichkeit, den Alkoholkonsum in Restaurants zu reduzieren, besteht darin, kleinere Weingläser anzubieten. Bis jetzt waren die Beweise eines solchen Schritts jedoch nicht schlüssig und oft widersprüchlich.

Die Größe der Gläser für Wein hat sich in den letzten 300 Jahren fast versiebenfacht. Dabei hat sich diese seit 1990 am deutlichsten verdoppelt. Während dieser Zeit hat sich die konsumierte Weinmenge vervierfacht, obwohl die Zahl der Weinkonsumenten konstant blieb. Weinverkäufe in Bars und Restaurants haben entweder feste Portionsgrößen, wenn sie im Glas verkauft werden, oder werden per Flasche oder Karaffe verkauft. Somit können Kunden oder Mitarbeiter den Wein je nach Bedarf einschenken.

Die vorläufige Studie haben Forscher der Abteilung für Verhaltens- und Gesundheitsforschung der Universität Cambridge durchgeführt. Diese ergab, dass das Servieren von Wein in größeren Weingläsern zu einem signifikanten Anstieg der verkauften Weinmenge führte. Das Team verwendete 300 ml große Weingläser als Referenz, um die Unterschiede im Verbrauch zu vergleichen.

menschen in restaurant trinkspruch ausbringen große weingläser rotwein

In Restaurants stieg der Weinabsatz um 7,3%, als sie die Glasgröße auf 370 ml erhöhten. Die Reduzierung der Glasgröße auf 250 ml führte zu einem Rückgang von 9,6%, obwohl Konfidenzintervalle (der Wertebereich, von dem die Forscher ziemlich sicher sein können, dass darin ihr wahrer Wert liegt) diese Zahl unsicher machen. Seltsamerweise machte eine weitere Erhöhung der Glasgröße auf 450 ml keinen Unterschied im Vergleich zur Verwendung von 300 ml-Gläsern.

Professor Ashley Adamson, Direktor der NIHR School of Public Health Research, sagte: "Wir alle glauben gern, dass wir immun gegen subtile Einflüsse auf unser Verhalten sind - wie die Größe eines Weinglases. Untersuchungen wie diese zeigen jedoch deutlich, dass wir es nicht sind."

umgedrehte leere weingläser auf tisch in einem restaurant

"Diese wichtige Studie hilft uns zu verstehen, wie sich die kleinen, alltäglichen Details unseres Lebens auf unser Verhalten und damit auf unsere Gesundheit auswirken. Solche Beweise können Richtlinien prägen, die es jedem erleichtern würden, ein bisschen gesünder zu leben, ohne darüber nachdenken zu müssen."




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