Gicht heilen: Die Kombination von 2 bestehenden Arzneien verdoppelt den Behandlungserfolg laut einer neuen Studie

Autor: Olga Schneider

Die Gicht ist eine Form der Arthritis infolge von überschüssiger Harnsäure im Blutstrom. Die Ärzte behandeln diese Krankheit oft mit Pegloticase (Krystexxa), eine Arznei, die den Harnsäurespiegel senkt. Durch die Kombination von Krystexxa und einem Immunsuppressivum verdoppelten die Forscher die Zahl der Gichtpatienten die das Zielniveau der Harnsäure erreichten. Diese Kombination bietet eine neue Lösung für die Menschen, die den Harnsäurespiegel durch die herkömmliche Behandlung nicht regulieren können. Könnte eine solche Kombination aus zwei Medikamenten in Zukunft Gicht heilen?

Gicht heilen: Ärzte suchen nach neuen Therapieansätzen

Gicht heilen neue Behandlungsmethoden kombinieren zwei Medikamente (1)

Die Gichtanfälle kennzeichnen sich durch Steifheit des Gelenks, starke Schmerzen und warme, verfärbte Haut um die betroffene Stelle. Die Anfälle beginnen unerwartet, oft in der Nacht, und können bis zu 2 Wochen dauern. Diese Form von entzündlicher Arthritis betraf 9,2 Millionen Menschen in den USA zwischen 2015 und 2016 laut National Health and Nutrition Examination Survey.
Trotz der großen Verbreitung der Gicht sind die Möglichkeiten für ihre Behandlung begrenzt. Dr. Puja Khanna, außerordentlicher Professor an der University of Michigan, und ihre Kollegen beschlossen zwei bestehende Behandlungen zu kombinieren. Als selbstständige Behandlung löst Krystexxa eine Immunantwort aus. Der Körper produziert Antikörper, die die Moleküle der Arznei entfernen und ihre Wirkung beschränken.

Gicht behandeln mit zwei Arzneimitteln gleichzeitig neue Studie

Das Team von Dr. Khanna wollte erforschen, ob das orale Immunsuppressivum mycophenolate mofetil (CellCept) die Erzeugung von Antikörpern begrenzen und so die Fähigkeit von Krystexxa, einen niedrigen Harnsäurespiegel zu erreichen, erhalten könnte. Die klinische Studie umfasste 32 Teilnehmer, die vor dem Beginn der Infusionen von Krystexxa entweder CellCept oder Placebo Tabletten bekamen. Nach 3 Monaten wurde die Einnahme vom oralen Medikament eingestellt, doch die Infusionen von Krystexxa wurden fortgesetzt.
Von den Teilnehmern, die die Kombination von CellCept und Krystexxa bekamen, erreichten 86 % den gezielten therapeutischen Harnsäurespiegel von 6 mg/dl. Im Vergleich dazu erreichten 40 % der Teilnehmer, die nur Krystexxa einnahmen den therapeutischen Zielspiegel.
Eine frühere Untersuchung der selbstständigen Wirksamkeit von Krystexxa ergab ein ähnliches Ergebnis – nur 42 % der Teilnehmer erreichten einen Harnsäurespiegel unter 6 mg/dl.
Trotz der kleinen Stichprobengröße sind die Ergebnisse der Studie sehr eindrucksvoll. Die Forscher erwarten, dass die Anwendung von der Kombination von Krystexxa und Immunmodulatoren die Wirksamkeit bis 80 % steigern könnte. Die genaue Dosis für das Erreichen der therapeutischen Ziele wird der Schwerpunkt der weiteren Arbeit von Dr. Khanna sein.

Zu der Studie

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