Gewichtszunahme nach Rauchstopp: Sind die Darmbakterien eine mögliche Ursache dafür?

Von Charlie Meier

Neue Forschungsergebnisse zeigen den Zusammenhang zwischen Zunehmen und Raucherentwöhnung und legen nahe, dass die Gewichtszunahme nach Rauchstopp vom Darmmikrobiom abhängt. Das Zigarettenrauchen gilt als eine der Hauptursachen für diverse Erkrankungen und verursacht jedes Jahr über 6 Millionen Todesfälle weltweit. Viele Menschen hören jedoch selten damit auf, weil sie danach nicht zunehmen möchten. Nun stellten die Autoren einer neuen Studie anhand von Mausmodellen fest, dass Fettleibigkeit nach Versuch zur Raucherentwöhnung aufgrund von Darmmikroben entsteht.

Wie die Gewichtszunahme nach Rauchstopp im Darm beginnt

mit dem rauchen aufhören und mögliche folgen nach raucherentwöhnung wie fettleibigkeit

Die genaue Ursache für das Zunehmen nach Raucherentwöhnung war bisher noch nicht klar. Die neuen Studienergebnisse veranschaulichen beispielhaft, wie Wirt und Mikrobiom dabei als Partner bei der Regulierung von Gewicht und Stoffwechsel agieren. Die vom Forschungsteam identifizierten Verbindungen könnten zu neuen Behandlungsmethoden führen, die Menschen helfen, eine Gewichtszunahme zu vermeiden, wenn sie mit dem Rauchen aufhören. Darüber hinaus könnten diese Erkenntnisse den Weg für zukünftige Therapien gegen Fettleibigkeit auch bei Nichtrauchern ebnen. Die Forscher fanden heraus, dass Mäuse, die regelmäßig Zigarettenrauch ausgesetzt waren, trotz einer fett- und zuckerreichen Ernährung nicht an Gewicht zunahmen. Als die Rauchexposition aufhörte, nahmen die Tiere schnell an Gewicht zu, wie es häufig bei Menschen der Fall ist. Als die Wissenschaftler den Labormäusen jedoch Breitbandantibiotika verabreichten, hörte die Gewichtszunahme nach Rauchstopp auf, wobei die Tiere monatelang schlank blieben.

warum eine gewichtszunahme nach rauchstopp anfängt und darmbakterien eine mögliche ursache sind

Offensichtlich drangen mit dem Rauchen verwandte Verbindungen wie Nikotin aus dem Blutkreislauf in den Darm von „rauchenden“ Mäusen ein. Dadurch veränderten sie die Bakterienzusammensetzung der Darmflora und folglich den Stoffwechsel des Körpers. Zudem identifizierten die Studienautoren zwei kleine Moleküle, die sie mit den metabolischen Folgen der Raucherentwöhnung verbinden. Schließlich bewerteten die Forscher das Mikrobiom von 96 Rauchern und Nichtrauchern. Sie fanden deutliche Veränderungen im Mikrobiom von Rauchern sowie Veränderungen der mikrobiellen Metaboliten. Ob diese durch das vom Rauchen beeinflussten Mikrobiom zur Gewichtszunahme nach Rauchstopp führen, müssen sie jedoch in weiteren Studien untersuchen. Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit werfen ein neues Licht darauf, wie das Mikrobiom mit dem menschlichen Körper bei der Regulierung des Gewichts und des Stoffwechsels interagiert, und zwar auf eine Weise, die therapeutisch genutzt werden kann.

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