Genetisch veränderte Immunzellen gegen HIV als potenzieller Impfstoff

Autor: Charlie Meier

Im Gegensatz zu so vielen Viren fehlt HIV immer noch ein Impfstoff, und genetisch veränderte Immunzellen könnten eine Lösung bieten. AIDS, von dem weltweit weiterhin Millionen von Menschen betroffen sind, hat sich mit herkömmlichen Antikörpern als besonders schwierig zu verhindern erwiesen. Dies passiert auch deswegen, weil es sich im Körper so schnell entwickelt. Jede Lösung würde also erfordern, den Körper dazu zu überreden, einen speziellen Antikörpertyp zu produzieren. Dieser soll breit wirken können, um mehrere Stämme des Virus gleichzeitig zu besiegen. Wissenschaftler rückten sich mit einem neuen Impfansatz, der sich auf gentechnisch veränderte Immunzellen aus dem Körper des Patienten stützen würde, dem Erreichen des heiligen Grals der HIV-Forschung näher.

Wie wirken genetisch veränderte Immunzellen gegen HIV?

forschung von hiv virus und gegenwirkung durch genetisch veränderte immunzellen

In Experimenten mit Mäusen induzierte der Ansatz erfolgreich weitgehend neutralisierende Antikörper.  Die sogenannten Bnabs könnten eine HIV-Infektion verhindern, so der Hauptforscher James Voss. Sein Team zeigte, dass es möglich war, die Antikörpergene der B-Zellen des Immunsystems mithilfe von CRISPR neu zu programmieren. So können die Zellen dieselben weitgehend neutralisierenden HIV-Antikörper produzieren, die bei seltenen HIV-Patienten gefunden wurden. Die neue Studie zeigt also, dass sich derartig manipulierten B-Zellen nach ihrer Wiedereinführung in den Körper als Reaktion auf eine Impfung vermehren können. Dann können diese zu Gedächtniszellen und Plasmazellen reifen und  über lange Zeiträume im Körper hohe Mengen an schützenden Antikörpern produzieren. Das Forschungsteam zeigte auch, dass die manipulierten Gene verbessert werden können, um Antikörper herzustellen, die noch wirksamer gegen das Virus sind. Dies geschieht, indem ein Prozess verwendet wird, der normalerweise in B-Zellen auftritt, die auf die Immunisierung reagieren.

ansatz zur bekämpfung von aids hiv mit antikörpern

Zum ersten Mal wurde gezeigt, dass modifizierte B-Zellen in einem relevanten Tiermodell eine dauerhafte konstruierte Antikörperantwort erzeugen können. Die Forscher hoffen, dass so ein Ansatz eines Tages neue HIV-Infektionen verhindern könnte. Möglicherweise bietet sich so auch eine funktionelle Heilung für diejenigen, die bereits HIV / AIDS haben. Das Virus ist weltweit immer noch stark verbreitet, mit geschätzten 38 Millionen erkrankten Menschen im Jahr 2019. Die Autoren der Studie stellten fest, dass bei Menschen die Ausgangszellen zur Herstellung des Impfstoffs leicht aus einer einfachen Blutentnahme gewonnen und dann im Labor hergestellt werden können. Die Forscher suchen derzeit nach Möglichkeiten, die Technologie so zu verbessern, dass sie für die meisten Menschen zugänglich sein kann. Dieser Ansatz beruht jedoch auf der Bereitstellung von Genen für die eigenen Immunzellen eines Patienten. Aus diesem Grund kann er eine erhebliche Herausforderung in Zukunft darstellen.

Werbung



Bild einbetten

Code kopieren, um das Bild einzubetten: Großes Bild: Kleines Bild: BB-Code:
Fertig