Sind Alzheimer und schweres COVID-19 als genetisch bedingte Krankheiten verbunden?

Von Charlie Meier

Eine neue Studie definiert die Entwicklung von Alzheimer und einen aufgrund von Genen schweren Krankheitsverlauf bei COVID-19 als genetisch bedingte Krankheiten. Darüber hinaus identifizierten die Studienautoren auch die gleichen Veränderungen des Immunsystems bei beiden Erkrankungen. Dementsprechend könnte eine gezielte Ausrichtung auf bestimmte Gene, die als riskant gelten, zu zukünftigen Behandlungsmöglichkeiten beitragen.

Risikofaktoren bei Demenz und Corona-Infektionen als genetisch bedingte Krankheiten

zusammenhang zwischen alzheimer und covid 19 als genetisch bedingte krankheiten

Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form der Demenz, ein Syndrom, bei dem die kognitiven Funktionen mit der Zeit nachlassen. Verschiedene Gene können ebenfalls das Risiko für Alzheimer, neben einer Viruserkrankung, signifikant erhöhen. Solche genetischen Faktoren verändern dementsprechend die Reaktion von Mikroglia oder Immunzellen des Gehirns auf Ansammlungen von Amyloid-Protein und Knäuel. Daher haben sich die Wissenschaftler in der vorliegenden Forschungsarbeit auf eine Subpopulation von Mikrogliazellen im Interferonsystem konzentriert. Diese Zellen reagieren außerdem auch auf Interferon-Proteine, die der Körper zur Bekämpfung von Virusinfektionen wie SARS-CoV-2 freisetzt. Die Studienautoren identifizierten eine Variante des Interferon- stimulierten Gens Oligoadenylat-Synthetase 1 (OAS1). Diese kann das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, um geschätzte 11–22 % erhöhen. Dies unterstützt die Idee, dass Menschen mit niedrigeren OAS1-Spiegeln eher eine chronische Immunreaktion oder einen Zytokinsturm zeigen.

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Die Wissenschaftler untersuchten die Genotypisierung von mehr als 2500 menschlichen DNA-Proben. Davon stammten 1313 von Personen mit einer Alzheimer-Diagnose und 1234 von Kontrollpersonen ohne neurodegenerative Erkrankung. Die Studienergebnisse zeigten, dass der Körper OAS1 benötigt, um die Menge an entzündlichen Proteinen zu reduzieren. Dies unterstreicht die Bedeutung von Entzündungen sowohl für das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit als auch für die Schwere von COVID-19. In Bezug auf die neue Forschung weisen die Autoren darauf hin, dass es ihnen nicht bekannt ist, ob die Auswirkungen dieses Gens die langfristigen neurologischen Folgen von Coronavirus beeinflussen könnten oder das Demenzrisiko erhöhen. Diese Studie fügt jedoch wichtige Informationen über die Pathogenese der schwereren Formen von COVID-19 hinzu. Hoffentlich werden die Forscher in der Lage sein, weiteres Licht ins Dunkel zu bringen und Behandlungsoptionen oder sogar personalisierte Präventivmedizin zu entwickeln.

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