Gefährdete Tierarten, die anfällig für eine COVID-19-Infektion sind

Von Charlie Meier

Forscher haben kürzlich das Potenzial des SARS-CoV-2-Spike-Proteins zur Bindung an den ACE2-Rezeptor für 410 Wirbeltiere und gefährdete Tierarten bewertet. Primaten und Menschenaffen der Alten Welt, die an der Bindungsstelle identische Aminosäuren wie Menschen aufweisen, neigen zur Bindung von ACE2. Daher sind diese Tiere wahrscheinlich wie Menschen für eine durch Coronavirus verursachte Infektion anfällig.

Durch Sars-CoV-2 gefährdete Tierarten

eichhörnchen mit schutzmaske neben einem baum im park

Laut der neuen Studie aus der University of California sind Menschen also nicht die einzigen Arten, die einer potenziellen Bedrohung durch SARS-CoV-2 ausgesetzt sind. Ein internationales Wissenschaftlerteam verwendete eine Genanalyse, um den zellulären Hauptrezeptor ACE2 (Angiotensin-konvertierendes Enzym 2) für das Virus beim Menschen mit dem in 410 verschiedenen Arten von Wirbeltieren zu vergleichen. Darunter waren Vögel, Fische, Amphibien, Reptilien und Säugetiere. ACE2 kommt normalerweise in vielen verschiedenen Arten von Zellen und Geweben vor. Solche sind zum Beispiel die Epithelzellen in Nase, Mund und Lunge. Beim Menschen sind 25 Aminosäuren des ACE2-Proteins wichtig, damit das Virus bindet und in die Zellen eindringt. Die Forscher verwendeten diese 25 Aminosäuresequenzen des ACE2-Proteins und die Modellierung seiner vorhergesagten Proteinstruktur zusammen mit dem SARS-CoV-2-Spike-Protein. So konnten sie bewerten, wie viele dieser Aminosäuren sie im ACE2-Protein der verschiedenen Spezies finden werden.

Tiere mit allen 25 Aminosäureresten, die mit dem menschlichen Protein übereinstimmen, haben also das höchste Risiko, sich über ACE2 mit SARS-CoV-2 zu infizieren. Das Risiko nimmt ab, je mehr sich die ACE2-Bindungsreste der Spezies vom Menschen unterscheiden. Ungefähr 40 Prozent der Arten, die möglicherweise für SARS-CoV-2 anfällig sind, werden von der Weltnaturschutzunion (IUCN) als „bedroht“ eingestuft. Sie sind möglicherweise besonders anfällig für die Übertragung von Mensch zu Tier. Die Daten bieten einen wichtigen Ausgangspunkt für die Identifizierung gefährdeter und bedrohter Tierpopulationen, bei denen das Risiko einer SARS-CoV-2-Infektion besteht. Die Studienautoren hoffen, dass ihre Forschung Praktiken inspiriert, die sowohl die Gesundheit von Menschen als auch von Tieren während der Pandemie schützen würden.

Anfällige Spezies

pavian auf leere landstraße während der covid 19 pandemie

Bei mehreren vom Aussterben bedrohten Primatenarten wie dem westlichen Tieflandgorilla, dem Sumatra-Orang-Utan und dem nördlichen Weißwangen-Schopfgibbon wird ein sehr hohes Infektionsrisiko durch SARS-CoV-2 über ihren ACE2-Rezeptor vorhergesagt. Andere als risikoreich eingestufte gefährdete Tierarten sind Meeressäugetiere wie Grauwale und Tümmler sowie chinesische Hamster. Haustiere wie Katzen, Rinder und Schafe hatten ein mittleres Risiko, während Hunde, Pferde und Schweine für die ACE2-Bindung nicht anfällig sind. Wie dies mit dem Infektions- und Krankheitsrisiko zusammenhängt, müssen die Wissenschaftler in zukünftigen Studien noch ermitteln. Bei Arten mit bekannter Infektiösität ist die Korrelation jedoch hoch. Die Autoren raten zur Vorsicht vor einer Überinterpretation der vorhergesagten Tierrisiken auf der Grundlage der Berechnungsergebnisse. Die tatsächlichen Risiken können nur mit zusätzlichen experimentellen Daten bestätigt werden.

mann mit mundschutz streichelt seinen hund im park während quarantäne aufgrund von coronavirus

Untersuchungen haben gezeigt, dass der unmittelbare Vorfahr von SARS-CoV-2 wahrscheinlich aus einer Fledermausart stammt. Es wurde festgestellt, dass Fledermäuse ein sehr geringes Risiko haben, sich über ihren ACE2-Rezeptor mit dem neuen Coronavirus zu infizieren. Dies stimmt mit den tatsächlichen experimentellen Daten überein. Ob Fledermäuse das neuartige Coronavirus direkt auf den Menschen übertragen haben oder ob es einen Zwischenwirt durchlaufen hat, ist noch nicht bekannt, aber die Studie stützt die Idee, dass ein oder mehrere Zwischenwirte beteiligt waren. Die Daten ermöglichen es Forschern, herauszufinden, welche Arten in freier Wildbahn als Zwischenwirt gedient haben könnten. So unterstützen diese die Bemühungen, einen zukünftigen Ausbruch der SARS-CoV-2-Infektion in menschlichen und tierischen Populationen zu kontrollieren.

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