Gefäßsystem des Menschen bei COVID-19: Mögliche Risiken

Autor: Charlie Meier

Eine neue Studie hat einen Zusammenhang zwischen durch Coronavirus induzierten Veränderungen im Gefäßsystem des Menschen und dem erhöhten Thromboserisiko festgestellt. Bei der Obduktion der Lunge von COVID-19-Patienten, die an der Krankheit gestorben waren, fanden die Forscher viele Mikrogerinnsel in den feinsten Zweigen der Lungengefäße. Ähnliche Beobachtungen hat das Wissenschaftsteam außerdem auch im Herzen und in der Niere gemacht.

Auswirkungen von Sars-CoV-2 auf das Gefäßsystem des Menschen

coronavirus greift gefäßsystem des menschen an

Das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert die Atemwege und in schweren Fällen kann die Infektion zu Lungenversagen führen. Dies macht die Verwendung mechanischer Beatmung oft erforderlich. Darüber hinaus entwickeln diese Patienten aufgrund von Coronavirus weitere Komplikationen wie Lungenembolien oder Thrombosen und Blutgerinnsel in ihren Venen. Ob ein mit dem Virus assoziiertes Atemversagen funktionell mit dem systemischen Anstieg der Inzidenz der intravaskulären Bildung von Gerinnseln zusammenhängt oder nicht, ist weiterhin unklar. Diese Gerinnsel bestanden hauptsächlich aus Blutplättchen und aktivierten Immunzellen, insbesondere Neutrophilen. Eine detaillierte Analyse der Thromben legte nahe, dass eine aktivierende Wechselwirkung zwischen Blutplättchen und Neutrophilen für die Förderung der intravaskulären Gerinnung verantwortlich ist. Neutrophile gehören zum angeborenen Immunsystem. Sie haben hauptsächlich die Aufgabe, eindringende Krankheitserreger zu bekämpfen. Ihre Beteiligung an abnormaler Gerinnung hat dazu geführt, dass die Forscher diesen Prozess als Immunothrombose bezeichnen.

krankenschwester entfernt bandage vom bein eines patienten wegen blutgerinnsel

Bei COVID-19-Patienten beeinträchtigt die Stimulierung der Bildung von Gerinnseln schließlich die Blutversorgung benachbarter Gewebe. Dies führt wiederum letztendlich zu einem Atemversagen, während die Tendenz, eine Gerinnung auszulösen, systemisch wird. Mithilfe mehrdimensionaler Durchflusszytometrie zeigten die Forscher, dass bei Patienten mit COVID-19, die an Lungenversagen gelitten hatten und eine mechanische Beatmung benötigten, die Anzahl der aktivierten Neutrophilen und Blutplättchen im Kreislauf stark erhöht war. Da sich die beiden Zelltypen gegenseitig aktivieren, führen diese Wechselwirkungen zur Bildung von obstruktiven Blutgerinnsel in der Lunge. Zusätzlich extrudieren aktivierte Neutrophile netzartige Komplexe aus DNA und cytoplasmatischen Proteinen. Diese dienen normalerweise dazu, bakterielle und virale Krankheitserreger einzufangen und zu zerstören. Sie spielen jedoch auch eine entscheidende Rolle bei der Immunothrombose, indem sie Thromben stabilisieren.

Medizinische Hinweise

medizinische angestellten untersuchen patient mit covid 19 röntgenaufnahme der lunge

Während dieser Prozess anfänglich in der Lunge lokalisiert ist, verschlimmert sich das Atemversagen und führt zu einem systemischen thrombogenen Zustand. Diese Ergebnisse tragen zu einem besseren Verständnis der Pathophysiologie bei, die dem Fortschreiten der Krankheit bei COVID-19 zugrunde liegt. Die Studie identifiziert außerdem auch Immunothrombose als vielversprechendes Ziel für die Prävention und Behandlung von Lungenversagen und thrombotischen Komplikationen, die bei COVID-19 auftreten.




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