Gefährliche Chemikalien in Konsumgütern: Ein Risikofaktor für Brustkrebs?

Von Charlie Meier

Menschen verwenden jeden Tag Produkte oder Lebensmittel, die viele gefährliche Chemikalien enthalten. Für viele dieser synthetischen Stoffe sind die gesundheitlichen Auswirkungen jedoch noch wenig bekannt. Nun zeigt eine neue Studie, dass mehrere hundert gängige, jedoch gefährliche Chemikalien, darunter Pestizide, Inhaltsstoffe in Konsumgütern, Lebensmittelzusatzstoffe und Trinkwasserverunreinigungen, das Brustkrebsrisiko erhöhen könnten. Dies passiert, indem die Stoffe Zellen im Brustgewebe dazu bringen, mehr der Hormone Östrogen oder Progesteron zu produzieren.

Warum gefährliche Chemikalien krebserregend sein können

gefährliche chemikalien in konsumgütern könnten progesteron und östrogen bei frauen erhöhen

Der Zusammenhang zwischen Östrogen, Progesteron und Brustkrebs ist gut etabliert. Deshalb sollten Menschen mit Produkten, die den Spiegel dieser Hormone im Körper erhöhen, äußerst vorsichtig sein. Es überrascht nicht, dass eine der häufigsten Therapien zur Behandlung von Brustkrebs Aromatasehemmer ist. Diese Klasse von Medikamenten senkt den Östrogenspiegel im Körper und entzieht den Brustkrebszellen die Hormone, die sie zum Wachstum benötigen. Um diese chemischen Risikofaktoren zu identifizieren, analysierte das Forschungsteam mehr als 2000 angeblich gefährliche Chemikalien. Die verwendete Methode setzt lebende Zellen Chemikalien aus, um dann die verschiedenen biologischen Veränderungen zu untersuchen, die sie verursachen. So konnten die Forscher 296 chemische Stoffe identifizieren, die im Labor Östradiol oder Progesteron in Zellen erhöhen. Dazu gehörten Inhaltsstoffe in Körperpflegeprodukten wie Haarfärbemitteln, chemische Flammschutzmittel in Baumaterialien und Einrichtungsgegenständen sowie eine Reihe von Pestiziden. Die Studienautoren hoffen, dass diese Studie ein Weckruf für Aufsichtsbehörden und Hersteller sein wird, wie sie Chemikalien auf Sicherheit testen.

mammologe untersucht frau mit verdaucht auf brustkrebs

Beispielsweise berücksichtigen aktuelle Sicherheitstests bei Tieren nicht die Veränderungen des Hormonspiegels in den Brustdrüsen des Tieres als Reaktion auf eine chemische Exposition. Die Studienergebnisse zeigen, dass eine Reihe von derzeit verwendeten Chemikalien die Fähigkeit besitzen, Hormone zu manipulieren. Von denen ist bekannt, das Brustkrebsrisiko negativ zu beeinflussen. Besonders besorgniserregend ist die Anzahl der Chemikalien, die Progesteron verändern. Dies ist der potentielle Übeltäter bei der Hormonersatztherapie. Gefährliche Chemikalien, die den Progesteronspiegel in der Brust erhöhen, sollten aus diesem Grund minimiert werden, so die Forscher. Die Autoren dieser Studie schlagen daher vor, Wege zu finden, die Exposition der Menschen zu reduzieren. Dies gilt insbesondere in kritischen Phasen der Entwicklung, wie während der Pubertät oder der Schwangerschaft, wenn die Brust wichtige Veränderungen durchmacht.

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