6 Essstörungen, die infolge der Covid-19-Pandemie immer häufiger auftreten

Von Ramona Berger

Die Coronavirus-Pandemie hat die Weltwirtschaft schwer getroffen und unser Leben für immer geprägt. Die Art und Anzahl der Folgen, die es verursacht, nehmen seit dem Ausbruch des Virus immer weiter zu. Viele Experten berichten über die Entwicklung von psychischen Problemen, die sich durch die Einschränkungen, den Stress, die Angst und die Unsicherheit erklären lassen. Aber es stellte sich heraus, dass Covid-19 auch unsere Essgewohnheiten durcheinanderbrachte. Eine Studie legt nahe, dass die Pandemie die Zahl der Essstörungen erhöht hat.

Essstörungen als Reaktion auf Corona-Stress

Forscher von der University of Minnesota School of Medicine und der School of Public Health in den USA haben die globale Pandemie mit der Verschlimmerung von sechs Essstörungen in Verbindung gebracht. Melissa Simone, eine der Autorinnen der Studie, erklärt, dass die Maßnahmen zur Verringerung der Ausbreitung des Virus eine wichtige Rolle bei der Störung des Essverhaltens spielten. Sie fügte hinzu, dass diese Richtlinien zum Corona-Infektionsschutz zwar wichtig sind, aber auch negative Auswirkungen auf Essstörungen haben können. Die Studie wurde am 15. März 2021 im International Journal of Eating Disorders veröffentlicht.

Für ihre Studie analysierten die Forscher Daten von 720 Personen mit einem Durchschnittsalter von 24 Jahren. Konkret wollten die Wissenschaftler die möglichen Zusammenhänge zwischen Stress, psychischen Störungen, finanziellen Verlegenheiten und Veränderungen im Essverhalten während der Pandemie besser verstehen. Die Teilnehmerüberwachung fand zwischen März und April 2020 statt.

junge Frau isst Popcorn auf dem Sofa im Wohnzimmer

Es kristallisierten sich sechs Themen heraus, die Essstörungen und/oder Veränderungen des Essverhaltens während der Pandemie betrafen:

  1. Sinnloses Essen und Naschen – Die häufigste COVID-19-bedingte Essstörung war die deutliche Zunahme von sinnlosem Essen und Naschen. Die Teilnehmer beschrieben es als Essen aus Langeweile und ohne Hunger während des Tages.
  2. Erhöhte Nahrungsaufnahme und Binge-Eating (auf kurze Zeit begrenzte Essattacken)
  3. Reduzierter Appetit oder verminderte Nahrungsaufnahme
  4. Essen zur Bewältigung unangenehmer Gefühle (z.B. Stress, Wut, Angst)
  5. Verminderte Nahrungsaufnahme im Zusammenhang mit der Pandemie – Tendenz zum Auslassen von Mahlzeiten, reduzierter Nahrungsaufnahme, Bedenken hinsichtlich der Lebensmittelsicherheit, reduziertem Appetit und/oder reduzierter Nahrungsaufnahme und reduziertem Lebensmitteleinkauf
  6. Wieder-Auftauchen oder deutliche Zunahme der Symptome einer Essstörung

Einkaufen im Supermarkt während Covid-Pandemie

Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Essstörungen bei jungen Erwachsenen relativ häufig während der COVID-19-Pandemie auftraten. Daher besteht ein dringender Bedarf, technologiebasierte Interventionen zur psychischen Gesundheit zu entwickeln und zu evaluieren, um das Risiko einer Essstörung zu verringern. Die Studienautoren deuten darauf hin, dass Stressbewältigung als Schutzfaktor gegen Essstörungen fungieren kann.

Referenz: International Journal of Eating Disorders (2021): Disordered eating in a population‐based sample of young adults during the COVID‐19 outbreak, Melissa Simone et coll.

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