Erworbene Immunität gegen COVID-19 sollte mindestens 6 Monate dauern

Autor: Charlie Meier

Sechs Monate nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 enthielt das Blut von Personen mit leichtem, mittelschwerem oder asymptomatischem COVID-19 noch erworbene Immunität. Dies geht aus einer neuen Studie hervor, in der Immunzellen, die das Virus erkennen, identifiziert wurden. Bis heute haben sich weltweit mehr als 55 Millionen Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Bestätigte Fälle von Personen, die die Infektion erneut erhalten, sind jedoch äußerst selten. Dies trotz der Hinweise, dass die Anzahl der Antikörper gegen das Virus im Blut der meisten Menschen nach einer leichten oder asymptomatischen Infektion stark abnimmt.

Zweite Infektion durch erworbene Immunität weniger wahrscheinlich

frau hält ausgezogene schutzmaske während covid 19 pandemie durch erworbene immunität

Die neue Forschung legt nahe, dass Menschen, die eine COVID-19-Infektion wiedererlangen, eher selten sein können. Dies liegt an helfenden T-Zellen. Dies ist eine Art von Immunzelle, die meisten Menschen mindestens 6 Monate lang vor dem Virus schützen kann. Wenn sie so ein Virus erkennen, rekrutieren Helfer-T-Zellen andere Immunzellen, um Antikörper zu bilden oder die infizierten Zellen abzutöten. Die Studienergebnisse lassen die Forscher jedoch vorsichtig optimistisch in Bezug auf die Stärke und Dauer der nach einer SARS-CoV-2-Infektion erzeugten Immunität sein. Sie müssen noch viel lernen, bevor sie vollständig verstehen, wie die erworbene Immunität gegen COVID-19 funktioniert. Wichtig ist jedoch, dass die Forschung keinen direkten Beweis dafür liefert, dass die von den Wissenschaftlern identifizierten T-Zellen die Menschen vor einer erneuten Infektion schützen. Zwischen März und April 2020 stimmten 100 Personen, die sich kürzlich von COVID-19 erholt hatten, der Teilnahme an der Studie zu.

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Der älteste Teilnehmer war 65 Jahre alt und der jüngste war 22 Jahre alt, während 77 weiblich waren. Sie gaben einmal im Monat Blutproben, mit denen die Forscher Änderungen der Antikörperniveaus verfolgen konnten. Diese zielten auf drei verschiedene virale Proteine ​​ab. Nach 6 Monaten hatten alle Teilnehmer Helfer-T-Zellen im Blut, die auf das Virus reagierten. Eine der wichtigsten Reaktionen der Zellen war die Produktion von IL-2. Dies ist ein Immunsignalmolekül, das für die Bekämpfung von Virusinfektionen besonders wichtig ist. Im Vergleich zu Personen, bei denen keine Symptome auftraten, waren die T-Zell-Reaktionen derjenigen, bei denen Symptome auftraten, 50 % stärker. Eine höhere zelluläre Immunität könnte Menschen, bei denen Symptome aufgetreten sind, einen besseren Schutz bieten. Auf diese Weise können sie laut den Studienautoren  das Virus in Zukunft nicht wiedererlangen.

Medizinische Perspektiven

forscher im labor entwickeln impfstoff gegen sars cov 2

Die Studie bietet Hoffnung, dass Impfstoffe gegen SARS-CoV-2, die darauf abzielen, die Immunantwort wiederherzustelle, eine dauerhafte Immunität bieten. Zu den Einschränkungen der Studie gehörten jedoch die geringe Größe und die begrenzte Anzahl älterer Erwachsener, Männer und schwerkranker Personen in der Stichprobe. Dennoch erhöhen diese Ergebnisse das Vertrauen, dass die Ansteckung mit der SARS-CoV-2 eine robuste T-Zell-Immunität induzieren kann. So kann diese Immunität auch bei sinkenden Antikörperniveaus bestehen bleiben. Die Autoren der Studie sprechen sich nachdrücklich dafür aus, die T-Zell-Immunität umfassender zu messen und dies in die Bewertung der Reaktion auf Impfstoffe einzubeziehen, sobald diese verfügbar werden.

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