Erhöhtes Blutungsrisiko bei einigen Patienten mit COVID-19 nachgewiesen

Von Charlie Meier

Thrombosen und Blutgerinnung treten häufig bei schwerem COVID-19 auf, aber Forscher haben bei vielen Infizierten auch ein erhöhtes Blutungsrisiko festgestellt. Die Ergebnisse zeigen, dass bei diesen Patienten eine Behandlung mit Antikoagulantien kein passender Therapieansatz ist, da sie verbluten könnten. Das Forschungsteam maß die Spiegel vom gewebespezifischen Plasminogenaktivator im Blut von 118 hospitalisierten Patienten sowie von 30 gesunden Kontrollpersonen.

Ursachen für erhöhtes Blutungsrisiko bei Personen mit Sars-CoV-2

die auswirkungen der coronaviren auf die spiegel vom plasminogenaktivator bei thrombosen und blutgerinnung

Zu Beginn der Pandemie zeigten Forschungen, dass das Blut kritisch kranker Patienten mit COVID-19 ungewöhnlich anfällig für Blutgerinnungen und Thrombosen ist. Dies ging mit möglicherweise tödlichen Folgen wie tiefer Venenthrombose, Schlaganfall und Herzinfarkt einher. In dieser Studie fanden die Forscher jedoch sehr hohe Konzentrationen beider Proteine ​​im Blut der Patienten. Diese Proteine ​​waren mit Atembeschwerden verbunden, aber die hohen Spiegel korrelierten stärker mit der Mortalität. Im Labor testeten die Forscher auch die Gerinnungsneigung der Blutproben durch Zugabe eines Enzyms namens Thrombin, das die Gerinnung fördert. Wie erwartet zeigte dies, dass sehr hohe Konzentrationen an Plasminogenaktivator die Tendenz zum Abbau von Blutgerinnseln signifikant erhöhten. Die pathologische Blutgerinnung bei COVID-19-Patienten wurde bisher ausführlich untersucht. Das Erkennen und Behandeln des hohen Blutungsrisikos bei einer Untergruppe von Patienten ist jedoch ebenso wichtig, so die Studienautoren.

blutproben von patienten mit covid 19 und analyse für erhöhtes blutungsrisiko bei coronavirus

Die Autoren stellen fest, dass eine große multizentrische Studie ein Gesamtblutungsrisiko von 4,8 % bei COVID-19-Patienten im Krankenhaus berichtete. Dieses stieg bei kritisch kranken Patienten auf 7,6 % an. Bei diesen Patienten scheint der Abbau von Blutgerinnseln also zu dominieren. Dies könnte ein erhöhtes Blutungsrisiko, das bei einigen Gruppen von Patienten mit COVID-19 beobachtet wurde, zumindest teilweise erklären. Die Autoren dieser Studie kommen zu dem Schluss, dass die Verabreichung von Antikoagulantien daher selektiv und vorsichtig sein sollte, um das Todesrisiko zu minimieren. Darüber hinaus fordern sie weitere Studien, um zu bewerten, ob die Spiegel vom Plasminogenaktivator ein nützlicher Biomarker für die Identifizierung von Patienten mit hohem Blutungsrisiko sein könnten. Sie stellen auch fest, dass ein anderes Protein, bekannt als Urokinase, ebenfalls Plasminogen aktiviert und daher auch eine wichtige Funktion bei der Blutgerinnung in Zusammenhang mit COVID-19 spielen könnte.

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