Der Geschmackssinn für Bitterkeit von Supertastern schützt bei COVID-19

Von Charlie Meier

Menschen, bei denen der Geschmackssinn zu empfindlich auf Bitterstoffe in Lebensmitteln ist, könnten ein geringeres Krankheitsrisiko für Sars-CoV-2 aufweisen. Dies geht aus einer neuen Studie hervor, in der Forscher die Geschmacksrezeptoren von Patienten mit Coronavirus untersuchten. Die sogenannten Supertaster, die sehr sensibel auf Aromen und Geschmäcker reagieren, zeigten eine mildere Symptomatik sowie niedrigere Infektiosität.

Wie der Geschmackssinn gesundheitliche Vorteile bei Sars-CoV-2 bieten kann

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Bei Supertastern traten während der Studie nur etwa fünf Tage lang Symptome von COVID-19 auf, verglichen mit durchschnittlich 23 Tagen bei Nicht-Verkostern. Wie oder wann der Geschmackssinn das Risiko bei COVID-19 beeinflusst, ist nicht vollständig geklärt, aber die Forscher haben einige Theorien. Bittere Geschmacksrezeptoren, einschließlich eines mit dem Namen T2R38, befinden sich in den Geschmacksknospen der Zunge. Wenn T2R38 stimuliert wird, reagiert dieser mit der Herstellung von Stickstoffmonoxid. Dies hilft dabei, weitere Replikation von Viren in der Schleimhaut und in den Atemwegen zu verhindern, so die Studienautoren. Darüber hinaus erschweren die Membranen im Schleim und im Atmungssystem den Zugang für Viren, einschließlich SARS-CoV-2. Diese Ergebnisse haben wichtige Auswirkungen, wie zum Beispiel die Möglichkeit, fundierte Entscheidungen zu treffen und möglicherweise die Impfverabreichung zu priorisieren.

wie sich der geschmackssinn von patienten mit covid 19 auf die infektion auswirkt

Diese Studie umfasste fast 2000 Personen im Durchschnittsalter von 46 Jahren, deren Geschmacksfähigkeit die Forscher mit Papierstreifen testeten. Da COVID-19 ihren Geschmacks- und Geruchssinn beeinträchtigen könnte, führte das Team auch entsprechende Tests auf Sars-CoV-2 durch. Die Teilnehmer bestanden außerdem auch aus drei Gruppen: Nicht-Verkoster, Supertaster und Verkoster. Nicht-Verkoster sind Leute, die bestimmte bittere Aromen überhaupt nicht erkennen können. Supertaster hingegen reagieren äußerst empfindlich auf Bitterkeit und können äußerst kleine Werte erkennen. Verkoster passen irgendwo dazwischen. Nicht-Verkoster infizierten sich viel häufiger als Supertaster und hatten auch häufiger schweres COVID-19. Die Verkoster zeigten wahrscheinlich leichte bis mittelschwere COVID-19-Symptome, für die häufig kein Krankenhausaufenthalt erforderlich war. Diese Studie ergab auch, dass diejenigen, die Grunderkrankungen hatten, älter waren und bei denen der Geschmackssinn für Bitterkeit verringert war, eine Ausnahme darstellten. Die Erkenntnisse aus dieser Studie können Menschen helfen, sich besser vor Sars-CoV-2 zu schützen.

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