Das zweite Gehirn – Studie zeigt die Rolle des Magens bei Diabetes

Autor: Charlie Meier

Forscher haben Hinweise auf das zweite Gehirn gefunden oder wie das Nervensystem des Darms den Glukosestoffwechsel im Rest des Körpers beeinflusst. Die Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten schätzen, dass mehr als 425 Millionen Menschen weltweit an Typ-2-Diabetes leiden. Die Studienergebnisse könnten zu neuen Behandlungen von der sogenannten Zuckerkrankheit führen.

Ist der Magen das zweite Gehirn?

darstellung vom magen als das zweite gehirn im menschlichen körper

Typ-2-Diabetes führt dazu, dass die Körperzellen weniger empfindlich auf Signale von Insulin reagieren. Dabei geht es um ein Hormon, das für die Regulierung des Glukosespiegels im Blut verantwortlich ist. Diese geringe Empfindlichkeit wird als Insulinresistenz bezeichnet und verhindert, dass die Zellen die zusätzliche Glukose absorbieren, die nach einer Mahlzeit in den Blutkreislauf gelangt. Im Laufe der Zeit schädigen hohe Konzentrationen von Glukose im Blut das Gewebe im ganzen Körper und verursachen Komplikationen wie Herzerkrankungen, Sehverlust und Nierenerkrankungen.

zubehör für typ 2 diabetes wie blutzuckermessgerät und antidiabetika medikamente

Veränderungen in der Ernährung, Bewegung und anderen Aspekten des Lebens können die Symptome verbessern und bei manchen Menschen sogar den Zustand umkehren. Medikamente sind auch zur Behandlung von Typ-2-Diabetes erhältlich, können jedoch Nebenwirkungen wie Übelkeit und Durchfall haben. Ein weiterer Nachteil einiger Antidiabetika besteht darin, dass sie injiziert werden müssen. Die Entdeckung oraler Behandlungen, die nicht nur wirksam, sondern auch frei von Nebenwirkungen sind, hat für Forscher daher Priorität. Eine Gruppe von Wissenschaftlern glaubt nun, dass sie der Entwicklung von so einer Behandlung einen Schritt näher gekommen sind. Sie haben ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Gut veröffentlicht.

Neuer Ansatz zur Behandlung

zwei ärzte analysieren röntgenaufnahme

Bei Typ-2-Diabetes scheint die Kommunikation zwischen Darm und Gehirn zusammenzubrechen. Infolgedessen sendet das Gehirn nach einer Mahlzeit keine Signale an Leber, Muskeln und Fettgewebe. Diese Signale sollen den Körper auffordern, mehr Glukose aus dem Blutkreislauf aufzunehmen. Dies führt wiederum zu einer Insulinresistenz. Normalerweise signalisiert der Zwölffingerdarm, der erste Teil des Dünndarms, dem Gehirn, eine Entspannung der glatten Muskeln in seiner Auskleidung. Bei Personen mit Typ-2-Diabetes sind diese Muskeln jedoch permanent kontrahiert oder so hyperkontraktil, dass ein Signal nicht gesendet wird. Die Forscher glauben, dass freundliche Darmbakterien der Schlüssel zur Umkehrung der Kontraktilität und zur Wiederherstellung von einem gesunden Glukosestoffwechsel sind.

zusammenhand magen als zweite gehirn eine wichtige rolle bei diabetes


Nährstoffe, die freundliche Bakterien füttern, werden Präbiotika genannt. Insbesondere Kohlenhydrate, sogenannte Oligosaccharide, fördern bekanntermaßen das Wachstum von Bakterien, die den Glukosestoffwechsel durch die Produktion verschiedener Lipide verbessern. Die Identität dieser Lipide ist jedoch bisher unbekannt geblieben. Die Forscher fanden heraus, dass im Zwölffingerdarm der Menschen mit Diabetes 38 % weniger Lipide namens 12-HETE vorhanden sind. Schließlich zeigten sie so, dass 12-HETE die Muskelkontraktion im Zwölffingerdarm reduziert, indem es das Signal von einem Nervenrezeptor, dem Mu-Opioid-Rezeptor, verstärkt. Dies stellte die Kommunikation zwischen Darm und Gehirn wieder her. Diese Studie ist eine der neuesten, die enge Beziehungen zwischen den Bakterien im menschlichen Darm, die zusammen als Mikrobiota bezeichnet werden, und der Gesundheit aufzeigt. Die Wissenschaftler sind optimistisch, dass ihre Arbeit neue Behandlungen inspirieren wird. So könnten Behandlungen entweder die Produktion von 12-HETE im Darm steigern oder die orale Einnahme des Lipids als Ergänzung beinhalten.

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