Chronische Müdigkeit bei Teenagern durch COVID-19 ausgelöst?

Von Charlie Meier

Ältere Erwachsene sind am anfälligsten für die Spätfolgen von Sars-CoV-2 wie zum Beispiel chronische Müdigkeit. Eine neue Forschung warnt jedoch, dass junge Patienten ebenfalls ein chronisches Erschöpfungssyndrom und Konzentrationsprobleme entwickeln. Dies kann passieren, auch wenn ihre Infektion mit Coronavirus mild verlaufen ist. Die beunruhigende Erkenntnis kommt nach einigen Fällen mit Patienten im Alter zwischen 19 und 30 Jahren.

Lang anhaltende chronische Müdigkeit bei Jugendlichen nach COVID-19

coronavirus bei jugendlichen kann in einigen fällen chronische müdigkeit auslösen

Die Forscher berichten, dass die betroffenen Patienten alle klassische Symptome der Störung, die allgemein als chronische Müdigkeit bekannt sind, entwickelt hätten. Als sich die Jugendlichen zwischen April und Juni 2020 mit COVID-19 infizierten, hatten alle relativ leichte Atemwegserkrankungen. Außerdem benötigte keiner von ihnen Sauerstoff oder einen Krankenhausaufenthalt, so die Studienautoren. Alle waren jedoch von Anfang an von Müdigkeit und Benommenheit sowie Konzentrationsschwierigkeiten betroffen. Sie waren nicht in der Lage, Aufgaben, die sie früher ausgeführt hatten, mühelos zu erledigen. Die Wissenschaftler stellten fest, dass alle Symptome für chronische Müdigkeit typisch waren. Dies ist eine Erkrankung, die heute technisch als myalgische Enzephalomyelitis bezeichnet wird. Bei allen Patienten blieben die Symptome außerdem auch etwa ein Jahr nach dem Auftreten bestehen. Beispielsweise war einer der Patienten ein Läufer, der routinemäßig jede Woche 113 km lief. Nach der Ansteckung mit COVID-19 und der Entwicklung der Symptome kann er aktuell nur zwei 15-minütige Spaziergänge pro Tag durchführen.

erschöpfte junge frau nach einem abendlichen tennis training

Das Forschungsteam fand heraus, dass alle Patienten eine schwere orthostatische Intoleranz entwickelt hatten. Dies ist eine Erkrankung, bei der der Betroffene nach einigen Minuten Stillstand typischerweise benommen wird oder sich schwach fühlt und einen schnellen Herzschlag verspürt. Eine Möglichkeit zur Entwicklung dieses Zustands wäre die direkte Folge der Auswirkungen des Coronavirus auf das autonome Nervensystem eines Patienten. Es könnte jedoch auch eine indirekte Auswirkung sein, die aus der Immunantwort des Patienten auf das Virus resultiert. Obwohl Behandlungen zur Kontrolle von Entzündungen und erhöhten Herzfrequenzen allen Patienten in der Studie geholfen haben, bleiben sie täglich ziemlich davon beeinträchtigt. Diese Studie ist jedoch auf wenige Fälle beschränkt, was noch zukünftige Forschungsarbeit in diesem Bereich erfordert.

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