Chronische Infektionen erhöhen das Risiko bei Mutationen von Sars-CoV-2

Von Charlie Meier

Die britische Variante B1.1.7 des Coronavirus und seine ähnlichen Mutationen können durch chronische Infektionen so auftreten, dass deren Behandlung über einen längeren Zeitraum dem Virus mehrere Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Dies behauptet ein Forschungsteam aus Cambridge in einer neuen Studie. Die Wissenschaftler berichten, wie sie die SARS-CoV-2-Mutation bei einem mit Blutplasma behandelten immungeschwächten Patienten beobachten konnten. Insbesondere wurde das Auftreten einer Schlüsselmutation auch in der neuen Variante beobachtet.

Wie chronische Infektionen auf mutierte Coronaviren wirken

blutproben von patienten mit coronavirus unter der lupe bei mutationen von sars cov 2

Bestimmte Änderungen des genetischen Codes wie in der beobachteten B1.1.7 Mutation machten das Virus für Zellen doppelt so infektiös. Besonders besorgniserregend sind Mutationen, die die Struktur des „Spike-Proteins“, das sich auf der Oberfläche des Virus befindet, verändern und ihm seine charakteristische kronenartige Form verleihen können. Die meisten derzeit verwendeten oder getesteten Impfstoffe zielen auf das Spike-Protein ab. Es besteht die Sorge, dass Mutationen die Wirksamkeit dieser Impfstoffe beeinträchtigen könnten. Das Team sah eine Konkurrenz zwischen verschiedenen Varianten des Virus. Die Forscher glauben, dass dies durch chronische Infektionen und deren Therapie mit Blutplasma beim Patienten ausgelöst wurde. Dieses Paradigma ist klassisch für Viren, bei denen Fluchtmutationen von kompensatorischen Mutationen gefolgt oder begleitet werden. Die betroffene Person war ein Mann in den Siebzigern, bei dem zuvor ein marginales B-Zell-Lymphom diagnostiziert worden war und der kürzlich eine Chemotherapie erhalten hatte, was bedeutete, dass sein Immunsystem ernsthaft geschwächt war.

ein forschungsteam untersucht chronische infektionen und mutationen des coronavirus im labor

Sowohl Impfstoffe als auch Therapeutika zielen auf das Spike-Protein ab, das beim Patienten mutiert war. Diese Studie wird diesbezüglich die besorgniserregende Möglichkeit auf, dass Coronaviren mutieren, um die Impfstoffe zu überlisten, so die Studienautoren. Es ist unwahrscheinlich, dass dieser Effekt bei Patienten mit funktionierendem Immunsystem auftritt, bei denen die Diversität der Viren aufgrund einer besseren Immunkontrolle wahrscheinlich geringer ist. Das unterstreicht jedoch die Sorgfalt, die Mediziner bei der Behandlung von Patienten mit geschwächtem Immunsystem benötigen. Bei ihnen kann nämlich eine verlängerte Virusreplikation auftreten, was dem Virus eine größere Chance bietet, zu mutieren. Das letztendlich siegreiche Virus gewann zunächst die Oberhand während der Therapie mit Blutplasma, bevor es von anderen Stämmen überholt wurde. Es trat jedoch nach Wiederaufnahme der Behandlung bei dieser Studie wieder auf.

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