Neues Medikament zur Behandlung von Leukämie bei älteren Patienten

Autor: Olga Schneider

Die akute myeloische Leukämie gehört zu den am häufigsten auftretenden Leukämie-Formen in Deutschland. Besonders bei älteren Patienten sind die Krebs-Therapiemöglichkeiten eher begrenzt. Ein neues Medikament zur Behandlung von Leukämie könnte das Therapieansprechen der Betroffenen erhöhen. Im Rahmen der internationalen Studie "VIALE-A" wurde die Wirksamkeit von Venetoclax geprüft. Die Studienergebnisse wurden im "New England Journal of Medicine" veröffentlicht.

Studien spielen bei der Behandlung von Leukämie eine wichtige Rolle

Behandlung von Leukämie bei älteren Patienten neues Medikament

Die akute myeloische Leukämie (AML) zählt zu den lebensbedrohlichen Erkrankungen. Es handelt sich um Blutkrebs, bei dem sich die Blutzellen unkontrolliert vermehren. Die betroffenen myeloischen Zellen entwickeln sich nicht zu Blutkörperchen, sondern zu Krebszellen. Sie werden durch das Blut zu anderen Organen im Körper transportiert und können im Laufe der Zeit das ganze Organsystem befallen. Ohne die richtige Behandlung sind die Prognosen für Patienten mit der Erkrankung schlecht. Wird aber umgehend nach der Diagnosestellung mit einer Therapie begonnen, stehen die Chancen deutlich besser. Die Patienten werden an erster Stelle mit Chemotherapie behandelt, in Einzelfällen könne auch eine Knochenmarktransplantation notwendig sein. Die Patienten werden individuell auch mit weiteren Medikamenten behandelt. Eine große Rolle bei der Wahl der passenden Behandlungsstrategie spielen Studien. Die internationale Studie "VIALE-A" bietet eine solche Strategie für ältere Menschen.

Ist das neue Medikament zur Behandlung von Leukämie bei älteren Patienten wirksam?

Behandlung von Leukämie bei älteren Menschen neues Medikament

Während der Studie wurden 431 Patienten untersucht. Alle Probanden waren an akuter myeloischen Leukämie erkrankt und bei allen war eine intensive Chemotherapie unmöglich. Dagegen sprachen vor allem das hohe Alter der Patienten und bei einigen der Betroffenen Vorerkrankungen. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, die Patienten in der Kontrollgruppe wurden mit Azacitidin behandelt. Die Patienten in der Testgruppe erhielten eine Kombination aus Azacitidin und dem neuen Medikament Venetoclax.

Venetoclax ist ein selektiver BCL-2-Hemmstoff, der BCL-2-Proteine erkennen und binden kann. Dadurch werden proapoptotische Proteine freigesetzt. So wird der Zelltod von Krebszellen gefördert. Venetoclax wurde bisher als Einzelsubstanz zur Behandlung von Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie eingesetzt.

Die Ergebnisse der Kombinationstherapie mit dem neuen Medikament sind vielversprechend:

1. Die Patienten, die sowohl mit Azacitidin, als auch mit Venetoclax behandelt wurden, überlebten im Durchschnitt 14,7 Monate. Im Unterschied dazu überlebten die Patienten in der Kontrollgruppe durchschnittlich 9,7 Monate.

2. Die Remissionen verdoppelten sich bei den Patienten der Testgruppe.

Die Ergebnisse sind so beeindruckend, dass die EU-Komission die Kombinationsbehandlung mit den beiden Präparaten voraussichtlich noch im nächsten Jahr zulassen wird.

Eine gute Nachricht für ältere Patienten, die an AML erkrankt sind. Denn für sie sind die Therapiemöglichkeiten eher begrenzt.

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