Die Lymekrankheit kann unser Immunsystem verändern und Autoimmunerkrankungen auslösen

Von Olga Schneider

Die Lymekrankheit gehört zu den Erkrankungen, die durch einen Zeckenstich übertragen werden. Kann die Lymekrankheit autoimmune Erkrankungen auslösen? Forscher des John Hopkins Lyme Disease Research Center haben eine Studie veröffentlicht, die darauf hinweist.

Wissenschaftler forschen den Zusammenhang zwischen Lymekrankheit und autoimmunen Erkrankungen

Autoimmunerkrankungen auslösen durch Lymekrankheit möglich

Die Lymekrankheit wird von der Bakterie Borrelia burgdorferi verursacht. Es wurde nachgewiesen, dass diese Bakterie die Kommunikation zwischen den dendritischen Zellen und den T-Zellen stoppt, die gewöhnlich eine Reaktion gegen fremde Eindringlinge auslöst. Die dendritischen Zellen übertragen Eiweißstoffe von Pathogenen wie Bakterien und Viren an die T-Zellen des Immunsystems, die dann ihrerseits eine Immunantwort gegen jede Infektion triggern.
Es ist bekannt, dass die Lymekrankheit das Immunsystem abschwächt. Um zu begreifen, wie das vonstattengeht, isolierten die Forscher dendritische Zellen von gesunden Probanden und setzten sie der Bakterie Borrelia burgdorferi aus. Sie stellten fest, dass die bakterielle Infektion die Rezeptorabschnitte auf der Oberfläche der dendritischen Zellen, genannt HLA-DRs, reifen lässt und aktiviert. Diese HLA-DRs Zellen würden gewöhnlich Antigene (fremde Eiweißstoffe) an die Killer T-Zellen übertragen. Die Killer T-Zellen sind die Agenten des Immunsystems, die die Eindringlinge in unserem Körper vernichten.

Die Forscher nehmen an, dass bei der Wechselwirkung der HLA-DRs und der Borrelia burgdorferi die ersteren strukturell verändert wurden. Sie hindern die dendritischen Zellen die bakteriellen Eiweißstoffe als fremd zu „markieren“. Das führt dazu, dass die dendritischen Zellen die T-Zellen anregen, gesunde Körperzellen statt Bakterienzellen der Lymekrankheit anzugreifen. Professor Mark Soloski von der John Hopkins Universität sagte: „Wir meinen, dass diese Feststellung nicht nur für die Borrelia burgdorferi, sondern auch für andere Infektionen gilt. Antikörper, die mit den eigenen Geweben und Organen der Menschen reagieren, wurden auch bei Patienten mit anderen Infektionen, einschließlich COVID-19 festgestellt.“

Lymekrankheit kann zu Autoimmunerkrankungen führen


Die Wissenschaftler behaupten, die Infektion mit Borrelia burgdorferi könnte bei genetisch veranlagten Menschen die Entwicklung von autoimmunen Erkrankungen, wie zum Beispiel Lupus oder rheumatoide Arthritis, auslösen. Sie betonen, dass die weitere Forschungsarbeit an HLA-DRs und die Reaktion der dendritischen Zellen auf die Bakterie Borrelia burgdorferi notwendig ist. Sie könnte helfen, neue Behandlungsmethoden gegen die Lymekrankheit zu finden und auch dazu beitragen die Ursachen für die Entstehung der autoimmunen Erkrankungen besser zu begreifen.

 

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