Könnte ein günstiges Arzneimittel gegen Depressionen schwere Fälle von COVID-19 verhindern?

Von Charlie Meier

Neue Studienergebnisse zeigen, dass Fluvoxamin, ein billiges Arzneimittel gegen Depressionen, die Notwendigkeit eines Krankenhausaufenthaltes bei Hochrisikopatienten mit Sars-CoV-2 signifikant reduzierte. Die Studienautoren suchten nach vorhandenen Medikamenten, die sie zur Behandlung des Coronavirus wiederverwenden könnten. Die Forscher testeten dementsprechend dieses Antidepressivum, da es bekanntermaßen Entzündungen hemmt und in kleineren Studien vielversprechend aussah. Nach der Veröffentlichung ihrer Forschungsergebnisse hoffen nun die Wissenschaftler auf eine Empfehlung des Medikaments von der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Wie ein Arzneimittel gegen Depressionen die Hospitalisierungsraten senken kann

Fluvoxamin würde für eine Behandlung von Corona-Infektion etwa 4 US-Dollar kosten. Im Vergleich dazu kosten Antikörper-IV-Behandlungen etwa 2000 US-Dollar. Der Einsatz der experimentellen antiviralen Pille von Merck gegen COVID-19 beläuft sich auf etwa 700 US-Dollar pro Kurs. Einige Experten vermuten außerdem auch, dass verschiedene Therapieoptionen als Kombination aus Medikamenten gegen das Coronavirus wirksam sein könnten. Das Forschungsteam testete das Antidepressivum bei fast 1500 Brasilianern, die kürzlich mit Sars-CoV-2 infiziert waren. Aufgrund anderer gesundheitlicher Probleme wie Diabetes waren die Probanden außerdem auch einem schweren Krankheitsrisiko ausgesetzt. Etwa die Hälfte nahm das Arzneimittel gegen Depressionen 10 Tage lang zu Hause ein, der Rest bekam Scheinmedikamente. Sie wurden vier Wochen lang verfolgt, um zu sehen, wer im Krankenhaus landete oder längere Zeit in einer Notaufnahme verbrachte, als die Krankenhäuser voll waren.

erschwingliche therapieoptionen bei infektionen mit coronavirus sparen geld

In der Gruppe, die das Medikament einnahm, benötigten 11 % einen längeren Aufenthalt in der Notaufnahme. Die Ergebnisse waren so eindeutig, dass unabhängige Experten, die diese Forschungsarbeit überwachten, empfahlen, die Studie vorzeitig abzubrechen. Es bleiben jedoch Fragen nach der besten Dosierung, von der auch Patienten mit geringerem Risiko profitieren könnten. Außerdem war noch zu klären, ob sich die Pille mit anderen Behandlungen kombinieren lässt. Das größere Projekt untersuchte acht bestehende Medikamente, um zu sehen, ob sie gegen das Coronavirus wirken könnten. Der Versuch testet immer noch ein Hepatitis-Medikament, aber alle anderen, einschließlich Metformin, Hydroxychloroquin und Ivermectin, sind nicht erfolgreich. Das günstige Generikum und das Medikament von Merck wirken auf unterschiedliche Weise und können sich laut den Autoren dieser Studie gegenseitig ergänzen. Anfang dieses Monats forderte Merck die Aufsichtsbehörden in den USA und Europa auf, seine antivirale Pille zuzulassen.

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