Die genetischen Anzeichen für Autismus an Gesichtsasymmetrie erkennen

Von Charlie Meier

In neuen Forschungen verwendeten Wissenschaftler Bildgebungstechnologie auf Gesichter, um damit genetische Ursachen und Anzeichen für Autismus besser zu verstehen. Die ausgeklügelten maschinellen Lerntechniken analysieren dabei durch 5000 Punkte die Gesichtsasymmetrie bei Eltern von Kindern im Autismus-Spektrum. Das Forschungsteam hat bereits zuvor festgestellt, dass autistische Kinder eine größere Gesichtsasymmetrie aufweisen.

Asymmetrisches Gesicht als Anzeichen für Autismus

biometrische gesichtserkennung via 3d scan erkennt anzeichen für autismus

Es ist bekannt, dass genetische Faktoren eine wichtige Rolle bei Autismus spielen. Es gibt jedoch immer mehr Hinweise darauf, dass Umweltfaktoren wie Hormone oder die Gesundheit der Mutter ebenfalls die Entwicklung der Erkrankung beeinflussen könnten. In der aktuellen Studie verglichen die Forscher die Gesichtsasymmetrie von 192 Eltern autistischer Kinder mit 163 Erwachsenen ohne bekannte Diagnose. Sie fanden heraus, dass Eltern von Kindern mit Autismus mehr asymmetrische Gesichter als andere Erwachsene im ähnlichen Alter hatten. Laut den Studienautoren sei diese Forschung ein wichtiger Schritt zum besseren Verständnis der genetischen Ursachen für Autismus. Darüber hinaus deuten die Ergebnisse darauf hin, dass es einen Zusammenhang zwischen den Genen geben könnte, der die Wahrscheinlichkeit für eine größere Gesichtsasymmetrie bei Autismus beeinflusst. Durch die Verwendung hochmoderner 3D-Scans von Gesichtern in Kombination mit maschinellen Lerntechniken konnten die Forscher zwischen Tausenden von subtilen Unterschieden in Gesichtern unterscheiden. Dies ermöglichte die Bestimmung eines Gesamtwerts für die Gesichtsasymmetrie.

psychologin zeigt einem autistischen kind glückliches und trauriges gesicht

Autismus ist traditionell nicht als Krankheit mit markanten Gesichtszügen bekannt, aber diese Forschungsarbeit hat diese Vorstellung in Frage gestellt. Die Ergebnisse beweisen, dass sich die genetischen Faktoren, die zur Entwicklung von Autismus führen, auch in körperlichen Merkmalen ausdrücken können. Darüber hinaus führt dies zum Verständnis des Zusammenspiels zwischen Genen, der körperlichen und der Gehirnentwicklung beim Menschen. Die Studienautoren haben zuvor einen weiteren Gesichtsmarker untersucht – die männliche Gesichtshaut. Dieser steht ebenfalls mit Autismus in enger Verbindung. Der nächste Schritt dieser Forschung wäre die Bewertung der Nützlichkeit der Kombination von Gesichtsasymmetrie und Männlichkeit bei der Bestimmung der Wahrscheinlichkeit einer Autismus-Diagnose.

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