Anomalie der Augen als Symptom bei Patienten mit schwerem COVID-19?

Von Charlie Meier

Menschen mit schwerem COVID-19 könnten einem Risiko für eine Anomalie der Augen ausgesetzt sein. Dies geht aus einer kürzlich durchgeführten Studie hervor, die auf Befunde von Magnetresonanztomografie basiert. Die Studienergebnisse unterstützen die Notwendigkeit eines Augenscreenings bei diesen Patienten. So kann eine angemessene Behandlung von potenziell gefährlicher ophthalmologischer Manifestationen von Sars-CoV-2 gewährleisten.

Auftreten von bestimmter Anomalie der Augen bei Corona-Infektionen

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Die von der französischen Gesellschaft für Neuroradiologie initiierte Studie verwendete MRT-Scans, um eine signifikante Anomalie der Augen bei COVID-19 zu finden. Es wurden 129 Patienten untersucht, die einem Gehirnscan unterzogen wurden. Von den 129 Personen hatten 9 (7 Prozent) abnormale Befunde des Augapfels. Acht dieser Patienten hatten Zeit auf der Intensivstation wegen der Infektion verbracht. Die Scans zeigten einen oder mehrere Knoten auf dem Augenhintergrund. COVID-19 wurde mit Fällen von Bindehautentzündung in Verbindung gebracht, aber dies ist das erste Mal, dass Forscher schwerwiegende Anomalien feststellen. In diesem Fall ging es um die Knötchen auf der Rückseite der Augen der Patienten. Die Theorie der Studienautoren besagt, dass diese Knötchen mit einer durch das Coronavirus ausgelösten Entzündung und einer unzureichenden Drainage der Venen um die Augen zusammenhängen könnten. Dies lege vor allem daran, dass die Patienten längere Zeit in Bauchlage bleiben. Ein längerer Aufenthalt in Rückenlage kann ebenfalls die Drainage dieser Blutgefäße beeinträchtigen.

retinopathie als anomalie der augen bei patienten mit schwerem covid 19

In der klinischen Praxis könnte so ein Screening eine gezielte Untersuchung der Augen mit hochauflösendem MRT umfassen, so die Forscher. Weitere empfohlene Untersuchungen umfassen die Fundoskopie. Dabei wird die Rückseite des Augeninneren mit einer Vergrößerungslinse und einem Licht überprüft. Die optische Kohärenztomographie ist ein weiterer empfohlener und nichtinvasiver Test, der ein 3D-Bild der Struktur des Auges liefert. Der Mechanismus hinter der Knötchenbildung sei unbekannt, sagten die Forscher, obwohl er mit einer durch das Virus ausgelösten Entzündung zusammenhängen könnte. Die Auswirkungen auf Patienten mit mittelschwerem COVID-19 werden derzeit ebenfalls untersucht. Von den neun Patienten mit Augenknoten hatten zwei eine Diabeteserkrankung, sechs waren fettleibig und zwei hatten Bluthochdruck. Diese Studie legt nahe, dass bei allen Patienten mit schwerem COVID-19 ein Augenscreening in Betracht gezogen werden sollte.

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