Bestimmt die angeborene Immunantwort den Schweregrad von Covid-19?

Von Charlie Meier

Eine neue wissenschaftliche Untersuchung von Proben mittelschwerer und schwerer Fälle von COVID-19 ergab, dass die angeborene Immunantwort den Krankheitsverlauf beeinflusst. Die Studienautoren beschrieben die demografischen und klinischen Merkmale der Patienten in einer Studienkohorte. Angesichts der Ergebnisse scheint das angeborene Immunsystem durch die Eigenschaften der weißen Blutkörperchen (Granulozyten) die Schwere der Infektion zu bestimmen. Darüber hinaus könnte die Messung bekannter Biomarker laut den Forschern das Todesrisiko bei Patienten mit Sars-CoV-2 vorhersagen und schließlich zu individuellen Behandlungen beitragen.

Welche Rolle spielt die angeborene Immunantwort bei Corona-Infektionen?

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Granulozyten sind eine Familie von weißen Blutkörperchen, die Neutrophile, Eosinophile und Basophile umfassen. Sie sind Teil des sogenannten angeborenen Immunsystems, der ersten Verteidigungslinie des Körpers gegen Krankheitserreger. Es gibt viele Studien darüber, wie sich SARS-CoV-2 auf verschiedene Komponenten des Immunsystems auswirkt. Es fehlt jedoch noch an Wissen über die Rolle von Granulozyten bei COVID-19. Nun hat ein Forschungsteam die Eigenschaften von Granulozyten im Blut während der Frühphase einer Infektion mit Coronavirus bei insgesamt 26 hospitalisierten Patienten untersucht. Außerdem führten die Wissenschaftler vier Monate nach Krankenhausentlassung Nachuntersuchungen durch und verglichen diese mit Analysen von gesunden, nicht infizierten Personen.

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Die kürzlich durchgeführte Studie zeigt signifikant veränderte Eigenschaften aller Untergruppen von Granulozyten bei COVID-19-Patienten. Dies konnten die Forscher mit der Schwere der Krankheit in Verbindung bringen. Kombinierte Messungen der Eigenschaften von Granulozyten und weit verbreiteten Biomarkern im Blut namens C-reaktives Protein (CRP) sowie Kreatinin könnten wichtige klinische Merkmale wie Atemfunktion und Multiorganversagen vorhersagen. Das Ergebnis ist jedoch angesichts der begrenzten Größe der Studienkohorte mit Vorsicht zu verstehen. Die Autoren dieser Forschungsarbeit hoffen trotzdem, dass sie solche kombinierten Untersuchungen zur Erkennung des Schweregrades verwenden können. Darüber hinaus würden die neuen Erkenntnisse aus dieser Studie zu noch spezifischeren Therapieansätzen für Patienten mit Sars-CoV-2 ermöglichen. Der Rückschluss auf Mechanismen, die bei COVID-19 die Immunpathologie aus der Analyse zirkulierender Granulozyten antreiben, könnte in Anbetracht der dabei auftretenden Lungenschäden Grenzen haben.

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