Könnten allergische Erkrankungen wie Asthma oder Rhinitis vor einer COVID-19-Infektion schützen?

Von Charlie Meier

Manche allergische Erkrankungen wie Heuschnupfen, atopisches Ekzem oder Asthma könnten laut Forschern das Risiko einer Infektion mit Sars-CoV-2 senken. Dies geht aus einer neuen Studie hervor, in der sich die Autoren auf die oberen Atemwege der Probanden konzentrierten. Die Forschungsergebnisse zeigten außerdem auch, dass ein höheres Alter, Geschlecht und andere Risikofaktoren nicht mit einem erhöhten Infektionsrisiko verbunden waren.

Wie sich allergische Erkrankungen aufs Infektionsrisiko bei Coronavirus auswirken

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Die Studienautoren erfasste zwischen Mai 2020 und Februar 2021 detaillierte Informationen zu potenziellen Risikofaktoren für die Infektion bei Erwachsenen. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer betrug 59 Jahre, wobei 70 % davon Frauen waren. Insgesamt hatten 446 Teilnehmer mindestens eine bestätigte COVID-19-Infektion, während 32 deswegen im Krankenhaus liegen mussten. Es stellte sich folglich heraus, dass bestimmte Faktoren unabhängig voneinander mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit der Entwicklung von COVID-19 verbunden sind. Atopische, oder durch Allergene ausgelöste Erkrankungen, zu denen Ekzeme/Dermatitis und Heuschnupfen/allergische Rhinitis gehören, waren unabhängig mit einer um 23 % geringeren Wahrscheinlichkeit, eine Infektion zu entwickeln, verbunden. Bei denjenigen, die an einer atopischen Erkrankung und Asthma litten, war das Risiko sogar noch geringer: 38 %. Diese Assoziation galt außerdem auch nach Berücksichtigung der Verwendung von Inhalatoren.

dick angezogener mann verwendet neben medikamenten auch inhalator gegen asthma

Die Ergebnisse zeigten, dass je mehr Menschen sich einen Haushalt teilen und je häufiger öffentliche Plätze in Innenräumen besucht werden, desto höher die Wahrscheinlichkeit ist, sich anzustecken. Die Einnahme von Medikamenten zur Dämpfung der Reaktion des Immunsystems (Immunsuppressiva) war ebenfalls mit einer um 53 % geringeren Wahrscheinlichkeit einer COVID-19-Infektion verbunden. Dies könnte jedoch auch eine stärkere Abschirmung vor einer Infektion durch diese Patienten widerspiegeln, so die Forscher. Alter, Geschlecht, andere Erkrankungen, Ernährung und Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln waren ebenso nicht mit einem erhöhten Infektionsrisiko verbunden. Diese große, bevölkerungsbasierte prospektive Studie zeigt, dass es nur begrenzte Überschneidungen zwischen Risikofaktoren für die Entwicklung von COVID-19 und denen für die Aufnahme auf die Intensivstation und den Tod gibt, wie in Krankenhauskohorten berichtet. Diese Forschungsarbeit basiert jedoch auf Beobachtungen. Aus diesem Grund konnten die Autoren dieser Studie keine Ursache für den gezeigten eventuellen Schutz durch allergische Erkrankungen feststellen.

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