Warum ein aktiver Wortschatz mit zunehmendem Alter nicht erweiterbar ist

Von Charlie Meier

Mit zunehmendem Alter fällt es Erwachsenen immer schwerer, die richtigen Worte im richtigen Moment parat zu haben, da ein aktiver Wortschatz fast unmöglich ist. Dies geht aus einer kürzlich durchgeführten Studie hervor, obwohl Erwachsene im Laufe ihres Lebens mehr Wörter und Sprachen lernen. Warum das so ist, war bisher unklar. Forscher des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften und der Universität Leipzig haben nun die mögliche Ursache herausgefunden. Es sind vor allem die Netzwerke im Gehirn, die ihre Kommunikation mit der Zeit verändern, was sie ineffizienter macht.

Wie sich ein aktiver Wortschatz beim Altern verändert

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Diese Zusammenhänge untersuchten die Forscher mit Hilfe von zwei Gruppen – jüngeren Studienteilnehmern zwischen 20 und 35 Jahren und älteren zwischen 60 und 70 Jahren. Beide Teilnehmergruppen wurden gebeten, im MRT-Gerät Wörter zu benennen, die zu bestimmten Kategorien gehören, einschließlich Tiere, Metalle oder Fahrzeuge. Es zeigte sich, dass beide Altersgruppen gut in der Wortfindung waren. Allerdings waren die Jüngeren etwas schneller. Der Grund dafür könnten die unterschiedlichen Gehirnaktivitäten sein. Zum einen waren bei den Jüngeren nicht nur die Sprachräume selbst aktiver. Sie zeigten außerdem auch einen intensiveren Austausch innerhalb zweier entscheidender Netzwerke: dem Netzwerk für semantisches Gedächtnis, in dem Faktenwissen gespeichert wird, und dem exekutiven Netzwerk, das für allgemeine Funktionen wie Aufmerksamkeit und Gedächtnis zuständig ist. Bei älteren Menschen war es jedoch umgekehrt.

aktiver wortschaft in hohem alter schwer zu erweitern

Mit zunehmendem Alter zeigten die Führungsbereiche eine stärkere Aktivität, was darauf hindeutet, dass die Aufgabe für diese Personen insgesamt schwieriger war. Zudem war der Austausch innerhalb der entscheidenden Netzwerke weniger effektiv als bei den Jüngeren. Die ältere Gruppe profitierte am ehesten vom Austausch zwischen den Netzen, was jedoch mit Verlusten verbunden ist. Die Kommunikation innerhalb neuronaler Netze ist effizienter und damit schneller als zwischen ihnen, so die Studienautoren. Warum sich diese Aktivitätsmuster mit dem Alter verschieben, ist noch nicht vollständig geklärt. Eine Theorie besagt, dass Menschen mit zunehmendem Alter mehr auf ihr sprachliches Wissen angewiesen sind. So rückt der Austausch zwischen Netzwerken in den Fokus. Jüngere Menschen sind dagegen mehr auf ihr schnelles Arbeitsgedächtnis und kognitive Kontrollprozesse angewiesen. Auf struktureller Ebene könnte auch der Verlust der grauen Substanz im Gehirn, der durch den Austausch zwischen den Netzwerken ausgeglichen wird, eine Rolle spielen, wie diese Studie zeigt.

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