Adaptives Immunsystem bei COVID-19 verhindert Reinfektion für 8 Monate

Autor: Charlie Meier

Eine neue Studie legt nahe, dass die meisten Menschen, die sich von einer SARS-CoV-2-Infektion erholen, durch adaptives Immunsystem ihr Immungedächtnis behalten. Dieses trägt zur Verhinderung einer schweren Reinfektion bei. Der durch eine Impfung gewährte Schutz kann laut den Forschern ebenfalls so lang anhaltend sein.

Wie reagiert ein adaptives Immunsystem nach Infektion mit Coronavirus?

mutierte coronaviren breiten sich im körper aus

Das Forschungsteam überwachte alle vier Zweige des adaptiven Immunsystems, das vor bestimmten Infektionen schützt. Dies geschah bei Menschen, die sich von COVID-19 erholt hatten. Zwischen 5 und 8 Monaten nach dem Einsetzen ihrer Symptome behielt das adaptive Immunsystem von etwa 95 % dieser Personen in mindestens drei seiner Zweige ein Gedächtnis für die Infektion. Die Daten legen also nahe, dass die Immunantwort vorhanden ist und für eine Weile bleiben kann, so die Studienautoren. Die Wissenschaftler haben die Spiegel von Antikörpern, Gedächtnis-B-Zellen und zwei Arten von T-Zellen gemessen, die alle auf das Virus abzielen. Frühere Studien haben gezeigt, dass die Anzahl der produzierten Antikörper kurz nach einer Infektion zurückgeht. Infolgedessen gab es Bedenken, dass so eine Immunantwort zu schwach sein könnte, um vor einer erneuten Infektion zu schützen. Dies hätte auch Auswirkungen auf die Dauer des Schutzes durch Impfstoffe.

schutzbrille und masken auf einem paket mit impfstoffen gegen sars cov 2 von der weltgesundheitsorganisation

Die Forscher analysierten 254 Blutproben von 188 Personen, die sich von COVID-19 erholt hatten. Von diesen wurden 43 Proben mindestens 6 Monate nach der Infektion entnommen. Sie fanden heraus, dass die Spiegel an Antikörpern gegen das Spike-Protein, mit dem das Virus in seine Wirtszellen eindringt, mindestens 6 Monate lang relativ stabil blieben. Überraschenderweise waren die Gedächtnis-B-Zellen, die diese Antikörper produzieren, 6 Monate nach Auftreten der Symptome häufiger als nach 1 Monat. Diese Zellen würden wahrscheinlich nach einer zweiten Begegnung mit dem Virus ihre Antikörperproduktion steigern. Die Forscher maßen auch die Spiegel von T-Helferzellen, die andere Teile des Immunsystems zur Bekämpfung einer Infektion rekrutieren. Dies schließt auch Killer-T-Zellen ein, die infizierte Zellen zerstören. Sie fanden heraus, dass sich 3–5 Monate nach Auftreten der Symptome die Anzahl dieser beiden Arten von T-Zellen, die auf das Virus abzielten, ungefähr halbiert hatte.

Unterschiedliche Immunabwehr

arzt zeigt einem kind wie adaptives immunsystem gegen covid 19 reagiert

Die Studie fand große Unterschiede in der Größe des Immungedächtnisses zwischen Individuen. Dies deutet darauf hin, dass Menschen, bei denen ein relativ schwaches adaptives Immunsystem vorhanden ist, gegen das Virus möglicherweise weiterhin anfällig für eine erneute Infektion sind. Zukünftige Studien sollten mehr Längsschnittdaten für jedes Subjekt enthalten, um ein genaueres Verständnis der Dauerhaftigkeit der Antikörperabwehr zu erhalten. Darüber hinaus räumen die Forscher ein, dass lokales Immungedächtnis in den oberen Atemwegen eine wichtige Rolle bei der Bestimmung spielt, ob eine Person erneut infiziert werden kann. In der aktuellen Studie wurden nur Immunzellen und Antikörper gemessen, die im Blutkreislauf zirkulieren. Schließlich ist zu beachten, dass die Studie nicht so konzipiert war, dass Mutationen die adaptive Immunantwort entkommen könnten.

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