Der Dekonstruktivismus – Definition, Merkmale & bekannte Vertreter

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Beim Dekonstruktivismus handelt es sich um eine Strömung unter anderem in der Architektur, die sich aber auch im Innendesign widerspiegelt. Hierbei weichen die Formen der Gebäude und Gegenstände stark von den typischen geometrischen Formen und Figuren ab, was einen extravaganten und zum Teil unrealistisch wirkenden Look zur Folge hat. Die Strömung ist relativ modern und zieht ohne Frage jedermanns Aufmerksamkeit auf sich. Was es mit dem Dekonstruktivismus als Stilrichtung genau auf sich hat, wer als Verantwortlicher für den Beginn der architektonischen Stilrichtung gilt und einige originelle Bauwerke möchten wir Ihnen in diesem Artikel vorstellen.

Was bedeutet Dekonstruktivismus?

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Auch wenn man dies im ersten Moment annehmen könnte, bedeutet „dekonstruktivistisch“ oder „dekonstruktiv“ in diesem Fall nicht etwa das Zerlegen oder Zerstören von architektonischen Dingen. Stattdessen ist der Bruch zur typischen Bauweise und Design mit geraden und symmetrischen Linien. Es wird die Aufmerksamkeit auf die Unregelmäßigkeit gelenkt. Scheinbar instabile Formen stehen fest auf dem Boden und spielen auf diese Weise mit unseren Gewohnheiten. Harmonische Pyramiden, Würfel und Quader werden durch ungleichmäßige Ecken und Kanten, die sonst strengen Linien und Formen werden also durch freie und spielerische Elemente ersetzt, die nicht nur Gebäude, sondern auch Möbel für die Einrichtung darstellen können. Hierbei sind der Verwendung der Materialien keine Grenzen gesetzt und können auch perfekt miteinander kombiniert werden.

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Und genau das macht diese Stilrichtung so interessant und originell. Im Prinzip ist so der Dekonstruktivismus einfach erklärt. Sicher haben Sie schon viele Häuser und andere Gebäude in diesem Stil gesehen und sie eher als Kunst angesehen, was auch gar nicht so falsch ist. Denn ihre einzigartigen Formen erinnern eben an kunstvolle Skulpturen und machen die Umgebung bemerkenswerter. Nun wissen Sie auch, um welchen Stil es sich dabei genau handelte.

Dekonstruktivismus in der Architektur – unregelmäßige Baukörper

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Vertreter der Stilrichtung

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Im Bereich der Architektur wird als Beginn der Strömung zwar meist die Ausstellung mit dem Namen „Deconstructivist Architecture“ aus dem Jahre 1988 angesehen. Organisiert wurde sie von Philip Johnson, Heiko Herden und Mark Wigley in New York im „Museum of Modern Art“. Diese Ausstellung präsentierte die Werke bekannter Architekten wie Zaha Hadid, Frank Gehry, Daniel Libeskind und Bernard Tschumi. In Wahrheit war aber bereits mit dem Haus von Frank Gehry 10 Jahre zuvor ein Hinweis auf die dekonstruktive Bauweise zu finden.

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Einige der Vertreter und ihre bedeutendsten oder bekanntesten Bauwerke möchten wir Ihnen im Folgenden vorstellen. Vom „ersten“ Vertreter Gehry bis hin zur möglicherweise bekanntesten und erfolgreichsten Frau Hadid sind so einige Architekten aufgrund ihrer Gebäude es wert, erwähnt zu werden. Eine kleine Auswahl können Sie sich nun anschauen.

Frank Gehry Architektur

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Frank Gehry Bauwerke gibt es sogut wie überall in der Welt. So unter anderem die Gehry-Bauten in Düsseldorf, die zu einem Wahrzeichen geworden sind. Hinzu kommt das Vitra Design Museum, das aus einem Mix aus geraden und abgerundeten Kanten besteht und für verschiedene Ausstellungen und Workshops genutzt wird. Bekannt ist auch das Guggenheim-Museum Bilbao in Spanien, das sich am Flussufer des Nérvion befindet. Organische Formen prägen dieses Museum, die mit Hilfe von Glas, Titan und Kalkstein umgesetzt wurden. Zu den wohl bekanntesten Bauwerken des Architekten zählt auch die Walt Disney Concert Hall, die sich in Los Angeles befindet. Die typischen Dekonstruktivismus Merkmale sind auch hier zu finden: Verspielte Formen, die an eine Skulptur erinnern. Zum beeindruckenden Look trägt aber auch die Verwendung des Edelstahls bei, der für den Bau genutzt und mal glänzend und mal matt eingesetzt wurde. Metalle werden für die Gebäude von Gehry nicht selten verwendet.

Gebäude von Zaha Hadid

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Unbedingt zu erwähnen ist natürlich auch Zaha Hadid, die wohl bekannteste Vertreterin des Dekonstruktivismus und erste Frau mit Pritzker-Preis. Zu ihren Meisterwerken gehören unter anderem das Feuerwehrhaus in Weil am Rhein, das MAXXI Museum in Rom, das Heydar Aliyev Center, das Schwimmzentrum im Olympiapark in London, das Eli und Edythe Broad Art Museum der Universität in Michigan, das Wangjing Soho-Gebäude in Peking, und das Riverside Museum in Glasgow. Ihr typischer Baustil schafft den Eindruck, als würden sich Ihre Gebäude bewegen. Vor allem Beton als Material ist in den Bauwerken der Architektin oft zu finden.

Daniel Libeskind

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Zu erwähnen ist auch der amerikanische Architekt Daniel Libeskind mit jüdisch-polnischer Herkunft. Obwohl er ursprünglich Musik studierte, wurde er bald von der Architektur fasziniert und schloss daraufhin ein weiteres Studium ab. Das Ergebnis sind zahlreiche bekannte Gebäude der dekonstruktivistischen Stilrichtung, darunter das Kongresszentrum in Mons, der Umbau des Militärhistorischen Museums in Dresden, das Kunstmuseum in Denver, das jüdische Museum in Berlin sowie sein erstes Gebäude, das Felix-Nussbaum-Haus, das den jüdischen Künstler Felix Nussbaum ehren soll und dessen Werke beherbergt.

Coop Himmelb(l)au

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Nicht weniger beeindruckend sind die Bauten von Coop Himmelb(l)au. Es handelt sich hierbei um ein sehr bekanntes Architekturbüro, das seit 1968 besteht und ebenso zur Entwicklung des Dekonstruktivismus beigetragen hat und zu den wichtigsten Vertretern gehört. Bekannte Gebäude sind der Ufa-Palast in Dresden, der Gasometer in Wien, BMW Welt in München, das Musée des Confluences in Lyon, die Martin-Luther-Kirche in Hainburg und der sogenannte Flammenflügel der Technischen Universität in Graz. Die Firma ist überall in der Welt tätig und vertritt die Strömung perfekt.

Bernard Tschumi

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Auch bei diesem Achitekten sind so einige interessante Bauwerke zu nennen, die den Dekonstruktivismus vertreten. Dazu gehört das Akropolismuseum in Athen, das MuséoParc Alésia, der Blue Tower in New York, die Zénith-Konzerthalle in Rouen und das Le Fresnoy in Tourcoing. Abstrakte und organische Formen werden in seinen Gebäuden dezenter angewandt, was jedoch nichts an ihrer Einzigartigkeit ändert.



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